Konsequent unabhängig
01.12.2017 - Autor: Philipp Vorndran & Thomas Lehr

In­ves­tie­ren Sie in Bit­co­in, Herr Vorn­dran?

Flossbach von Storch Dialog

Welche Chancen bieten Kryptowährungen? Wie lange hält die Rally bei Technologie-Aktien? Und deuten die niedrigen Kursschwankungen auf einen nahenden Börsencrash? Die Kapitalmarktstrategen Philipp Vorndran und Thomas Lehr beantworten die wichtigsten Fragen zu den Märkten.

Die Kryptowährung Bitcoin sprang zuletzt über die Marke von 10.000 US-Dollar. Sind Sie investiert?

Nein. Das liegt aber nicht daran, dass wir von Bitcoin grundsätzlich nichts halten.

Bereits im Jahr 2015 hat eine Arbeitsgruppe bei uns analysiert, ob wir Kryptowährungen in unseren Fonds einsetzen können. Das Ergebnis war allerdings negativ. Als Fondsgesellschaft können wir Kryptowährungen nicht einfach in ein Depot verbuchen. Bitcoin hat keine Wertpapierkennnummer. Es besteht mittlerweile zwar die Möglichkeit, über Zertifikate zu investieren. Das entspricht aber nicht der Philosophie von Flossbach von Storch. Wir machen uns Gedanken über die langfristige Solidität des Finanzsystems. Bei einem Investment über Zertifikate besteht ein Gegenparteirisiko. Wenn ein Bitcoin-Zertifikate-Emittent in Schieflage gerät, kann das auch den Wert des Bitcoin-Investments gefährden. Es sind also zuallererst ganz praktische Gründe, die gegen ein Investment in einem klassischen Fonds-Portfolio sprechen.

Technologieaktien liefen in den vergangenen Monaten sehr gut. Hält dieser Trend - oder stehen andere Sektoren, etwa nicht-zyklische-Unternehmen, vor einem Comeback?

Die Qualität der Unternehmen ist für uns entscheidend, nicht aus welchem Sektor es kommt. In unseren Multi-Asset-Portfolios findet sich Alphabet - ebenso wie Nestlé. Qualitätsaktien lassen sich in jedem Sektor finden, auch im Technologiesegment.  Es ist für uns deshalb viel relevanter, ob ein Unternehmen unsere Ansprüche erfüllt. Eine solide Bilanz, nachhaltige Erträge und ein Geschäftsmodell, das über die nächsten Jahre ein attraktives Potenzial bietet. Wir treffen keine primären Sektorenentscheidungen, sondern investieren aktiv in Einzeltitel, deren Verhältnis von Risiko und Ertrag attraktiv erscheint.  

Börsenpropheten warnen vor einem Crash. Drohen uns bald massive Kursverluste?

Solche Warnungen gibt es wohl, so lange es die Börse gibt. In den vergangenen Monaten und Jahren blieb der große Crash trotz aller Unkenrufe aber aus. Dafür gibt es einen guten Grund. In Zeiten ohne Zinsen gibt es zu Aktien aus Chance-Risiko-Abwägungen kaum eine Alternative. Investoren können nicht einfach in Staatsanleihen rotieren, wenn sie langfristig eine angemessene Rendite erzielen möchten. Zumal die Anlageklasse aus unserer Sicht alles andere als risikofrei ist. Viele Medien bieten den sogenannten „Untergangspropheten“ dennoch ein Podium. Knackige Überschriften verkaufen sich gut. Als professioneller Investor können wir uns aber nicht daran orientieren. Letztlich besteht an der Börse natürlich immer die theoretische Gefahr eines Crashs. Sei es aus politischen, geldpolitischen oder psychologischen Gründen. Oder den vielen anderen Risiken, die es geben kann. Fakt ist auch: Käme es aktuell zu einem Kurssturz, dann könnte er durch die zuletzt niedrige Volatilität verstärkt werden. In den vergangenen anderthalb Jahren schwankten die Kurse der bekannten Aktienindizes kaum. Quantitative Anlagestrategien werten die Kursschwankungen in der Vergangenheit als Risikomerkmal für die Zukunft. Das kann dazu führen, dass Aktienpositionen in Zeiten niedriger Volatilität aufgestockt werden. Wenn es im Zuge eines Kurseinbruchs wieder zu stärkeren Kursschwankungen kommt, werden diese Positionen dann aufgelöst. Dann werden Aktien verkauft, obwohl die Analyse der Fundamentaldaten eigentlich dagegen sprechen würde. Für aktive Vermögensverwalter können solche prozyklischen Verkäufe natürlich Chancen bieten.

Was lohnt mehr, ein Investment in Gold oder in die Aktien der Minen?

Bis vor knapp einem Jahr haben wir uns vor allem auf direkte oder indirekte Anlagen in das das Edelmetall fokussiert. Aus unserer Sicht ist Gold vor allem ein strategisches Investment, eine Versicherung gegen die bekannten und unbekannten Risiken des Finanzsystems. Das Edelmetall besitzt aber nicht nur diese Schutzfunktion. Wer auf einen steigenden Goldpreis setzen möchte, für den kann unseres Erachtens auch ein Investment in die Aktien von Minen interessant sein. In den vergangenen zwei Jahren haben viele Minen ihre betriebswirtschaftlichen Hausaufgaben gemacht. Goldförderer und Goldexplorer sind Unternehmen, die zwar im Wesentlichen von der Entwicklung des Goldpreises abhängen, ansonsten aber den gewöhnlichen Unternehmensrisiken unterliegen. Anleger sollten sich daher fragen: Wie gut ist die Bilanz der Unternehmen finanziert? Was ist vom Management zu halten? Hier gab es aus unserer Sicht in den vergangenen Monaten einige Fortschritte. Goldaktien sind aber nach wie vor kein Ersatz für Sicherheitsgold, also keine Versicherung gegen eine unerwartete Krise des Finanzsystems.  

 

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