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08.12.2016 - Autor: Flossbach von Storch

No­ten­ban­ken: Ak­ti­en auf dem Ein­kaufs­zet­tel

Notenbanken

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Nachdem die Notenbanken verstärkt Anleihen gekauft haben, rücken nun zunehmend Aktien in ihren Fokus. Besonders offensiv geht dabei die Schweizerische Nationalbank vor, die mittlerweile zu den Großaktionären zahlreicher US-Konzerne gehört.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) druckt in Relation zu ihrer Größe am meisten frisches Geld – gezwungenermaßen. Denn die aggressive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und der schwache Euro bringen die Schweizer Notenbanker in Zugzwang. Sie müssen eingreifen und Euro kaufen, um zu verhindern, dass der Franken gegenüber der Gemeinschaftswährung zu stark aufwertet.

Die erworbenen Euro (und vor allem US-Dollar) investiert die SNB an den internationalen Kapitalmärkten. Heute kauft sie vorwiegend Aktien, während sie anfangs Anleihen bevorzugte. Ein Blick auf die Bilanz der Schweizerischen Nationalbank zeigt das eindrucksvoll: In den vergangenen fünfeinhalb Jahren haben die Notenbanker ihre Bilanzsumme von 270 Milliarden auf 690 Milliarden Schweizer Franken aufgebläht. Der Anteil der Aktien stieg im selben Zeitraum von rund acht auf mehr als 18 Prozent. Mittlerweile zählt die SNB zu den Großaktionären internationaler Konzerne – Apple etwa, Alphabet oder Exxon Mobil.

Deutschland säße auf einem Berg wertloser Forderungen

Eine Notenbank, die mit selbst gedrucktem, also aus dem Nichts geschaffenem Geld, in großem Stil Produktivvermögen in anderen Währungsräumen kauft – das klingt zunächst befremdlich.

Aus Sicht der Schweizerischen Nationalbank sind die Aktienkäufe jedoch rational. Sie betreibt nicht nur Frankenpflege, sondern auch Vorsorge. Sollte der Euro irgendwann auseinanderbrechen, säße die Schweiz auf einem werthaltigen Aktienportfolio, Deutschland dagegen auf einem Berg fauler Anleihe-Forderungen. Welche Variante die bessere ist, dürfte relativ klar sein.

Das Schweizer Beispiel könnte Schule machen

Es würde uns daher nicht verwundern, wenn das Beispiel der Schweizerischen Nationalbank irgendwann Schule machte, und auch die Europäische Zentralbank zum Aktionär würde. Nicht zuletzt wegen des immer knapper werdenden Angebots bei Anleihen.

Sollten auch andere Notenbanken irgendwann massiv Aktien kaufen, könnte das die Kurse unseres Erachtens in die Höhe treiben. So wie dies in den vergangenen Jahren auch bei Anleihen geschehen ist.

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