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07.04.2017 - Autor: Flossbach von Storch

Qua­li­täts­ak­ti­en ha­ben ih­ren Preis – Teil 2

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Aktien erstklassiger Unternehmen sind unseres Erachtens für den langfristigen Vermögensaufbau unverzichtbar. Doch wie bewerten wir diese?

Im ersten Teil "Was sind Qualitätsaktien?" unserer kleinen Serie haben wir beschrieben, was ein Qualitätsunternehmen ausmacht – sein „Schutzwall“ etwa und die Qualität der Bilanz. Diesmal wollen wir über die Bewertung dieser Titel schreiben.

Wie bei Qualitätsgütern auch sind Qualitätsaktien oft teurer als andere Titel, also höher bewertet. In einer Welt niedriger Zinsen gilt das im Besonderen. Nachdem die Aktienmärkte in den vergangenen acht Jahren deutlich zugelegt haben, sind Qualitätsaktien gewöhnlich nicht mehr zum Schnäppchenpreis zu haben.

Eine beliebte Kennzahl, die die Bewertung eines Unternehmens ausdrücken soll, ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Ein von uns zusammengestellter Korb Qualitätsaktien kommt auf ein durchschnittliches KGV von 20. Das heißt, für einen Euro Gewinn müssen Anleger 20 Euro bezahlen. Je höher also der Wert, umso teurer erscheint die Aktie – oder andersherum: je niedriger umso günstiger. Zumindest auf den ersten Blick. Historisch betrachtet liegt der Wert – je nach betrachtetem Index – leicht über den Durchschnittwerten; von den Höchstwerten, etwa zur Jahrtausendwende, ist er aber noch ein gutes Stück entfernt.  

Kurs-Gewinn-Verhältnis für die Bewertung nicht sehr geeignet

Das Problem beim KGV: Der Gewinn eines Unternehmens lässt sich relativ leicht „manipulieren“, zumindest schönrechnen. Deshalb sollte das KGV unseres Erachtens nicht das wichtigste Kriterium sein, um zu entscheiden, ob eine Aktie günstig ist oder nicht.

Aus diesem Grund schauen wir bei der Bewertung viel lieber auf den sogenannten „Free Cash Flow (FCF)“. Das sind die Mittel, die einem Unternehmen zur Verfügung stehen, nachdem alle Kosten (Personal, Steuer, usw.) gedeckt sind. Dieses Geld kann das Unternehmen dann zu verschiedenen Zwecken nutzen – wichtige Investitionen tätigen, seine Schulden tilgen, Aktien zurückkaufen oder Dividenden ausschütten. Grundsätzlich gilt: Je höher der FCF, desto finanzstärker ist ein Unternehmen. Und: Der FCF ist wesentlich schwerer schön zu rechnen als der Gewinn und damit das KGV.

Dennoch ist der FCF nicht allein selig machend, zumal er für Unternehmen verschiedener Branchen recht kompliziert zu ermitteln ist – für Industriegüterhersteller oder Transportunternehmen etwa. Leichter ist es bei Konsumgüterherstellern. Der FCF ist nur ein wichtiger Aspekt von vielen, die wir bei Flossbach von Storch berücksichtigen, bevor wir investieren. Weitere sind beispielsweise die Frage, ob das Unternehmen seine Qualität behalten wird oder ob das Investment überhaupt zu unserem Weltbild passt.

 

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