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06.03.2017 - Autor: Flossbach von Storch

Wan­del­an­lei­hen: „At­trak­ti­ver Ni­schen­markt“

Fondsportrait

Vor rund 150 Jahren wurden die ersten Wandelanleihen in den USA begeben, um dort Eisenbahnprojekte zu finanzieren. Sie vereinen die wesentlichen Eigenschaften von Anleihen und Aktien. Im Interview spricht Thorsten Vetter, Fondsmanager des Flossbach von Storch - Global Convertible Bond, über die Besonderheiten der Anlageklasse.

 

Herr Vetter, warum begeben Unternehmen Wandelanleihen – was ist deren Vorteil dabei?

Thorsten Vetter: Wandelanleihen haben im Vergleich zu normalen Unternehmensanleihen einen niedrigeren Kupon. Die Zinsersparnis erhält das Unternehmen im Austausch für das Recht des Investors, die Anleihe in Aktien zu einem festgelegten Preis zu wandeln. Insbesondere für Wachstumsunternehmen ist das interessant. Aus Fremdkapital wird  so Eigenkapital; das stärkt die Bilanz und ermöglicht dem Unternehmen weitere Investitionen – und damit Wachstum.

Welche Eigenschaften sind für Investoren wichtig?

Der Wandlungspreis liegt bei der Emission der Wandelanleihe über dem aktuellen Aktienkurs. Entwickelt sich die Aktie positiv und übersteigt den Wandlungspreis, steigt auch der Gegenwert der Anleihe. Damit partizipieren Investoren an einer positiven Entwicklung der Aktie.

Partizipieren sie Eins zu Eins?

Die sogenannte Aktiensensitivität einer Wandelanleihe steigt mit steigenden Aktienkursen stetig an, bis sie Eins zu Eins mit der Aktie läuft. Bei fallenden Kursen dagegen entkoppelt sich die Wandelanleihe zunehmend von der Aktienkursentwicklung. Sie verwandelt sich quasi in eine reine Unternehmensanleihe. Die Fähigkeit, ihr Profil zu verändern, ist ein wesentlicher Vorteil  von Wandelanleihen.

Muss gewandelt werden?

Nein, der Investor kann sich entscheiden. Sollte der Aktienkurs fallen, wird er nicht wandeln. In diesem Fall erhält er, wie bei einer normalen Anleihe, während der Laufzeit die Kupons und bei Fälligkeit den Nominalwert zurück.

Wie groß ist der Markt für Wandelanleihen?

Der Markt für Wandelanleihen hat insgesamt ein Volumen von ungefähr 400 Milliarden US-Dollar. Die verteilen sich auf etwa 1.700 Wandelanleihen. Darunter sind aber viele kleine Emissionen enthalten, die nicht sonderlich liquide sind.

Wie viele davon sind für Ihren Fonds investierbar?

Rund drei bis vierhundert Titel. Wandelanleihen sind und bleiben ein Nischenmarkt – wenngleich ein durchaus attraktiver.

Der Flossbach von Storch - Global Convertible Bond ist derzeit in rund 60 Wandelanleihen investiert. Wie wählen Sie diese aus?

Neben unserer eigenen Analyse greifen wir auch auf das gesamte Flossbach von Storch -Analyseteam für Aktien, Anleihen und Makrothemen zurück. Je nach Chance-Risikoprofil kombinieren wir sowohl anleihe- als auch aktiennahe Wandelanleihen. Entscheidend für das Gesamtportfolio ist aber, dass der Fonds das wandelanleihentypische, ausgewogene Profil beibehält, um Verluste beschränken und bei steigenden Märkten ausreichend partizipieren zu können.  

Wie ist der Fonds derzeit positioniert?

Unter den größten Positionen des Fonds befinden sich vor allem Unternehmen aus den Branchen Telekommunikation, Konsum zyklisch und Immobilienunternehmen. Bei unserer regionalen Positionierung unterscheiden wir uns deutlich von der Mehrheit der Fonds bzw. der Marktstruktur. So haben wir ein Übergewicht in europäischen Wandelanleihen, während der Gesamtmarkt zu über 50 Prozent aus US-Papieren besteht. Die dortigen Wandelanleihen haben aber in der Mehrzahl ein aktiennahes Profil, weshalb sie sich für ein ausgewogenes Portfolio oftmals nicht eignen.

Für wen eignet sich Ihr Fonds?

Für konservative Anleger, die nach einer defensiveren Alternative zu reinen Aktieninvestments suchen. Langfristig schneiden Wandelanleihen oft besser ab als Aktien oder Anleihen. Anleger, die Wandelanleihen beimischen, reduzieren zudem die Portfolioschwankungen. Gerade in unsicheren Zeiten ist das ein gewichtiges Argument.

Können Anleger auch direkt in Wandelanleihen investieren?

Grundsätzlich schon. Wobei die Stückelungen oft bei 100.000 Euro liegen. Mit einem Fonds ist es für Anleger leichter, das investierte Geld sehr viel breiter zu streuen.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

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