Konsequent unabhängig
27.11.2017 - Autor: Flossbach von Storch

Wo die Prei­se kräf­tig stei­gen

Vermögenspreisindex

Ein Ziel der Notenbanken sind steigende Preise. Bei rund zwei Prozent liegt das Inflationsziel. Während Preise für Produkte des täglichen Bedarfs kaum anziehen, springen sie an anderer Stelle auf neue Allzeithochs.

Die Inflation will nicht anspringen. Trotz Null- und Negativzinsen, Anleihekäufen und explodierenden Notenbank-Bilanzen. In der Eurozone stiegen die Verbraucherpreise im Oktober um 1,4 Prozent, in Deutschland um 1,6 Prozent. Zu wenig für Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Sein (selbst gesetztes) Ziel liegt bei zwei Prozent.

Nach der Logik der Notenbanker sollte nicht nur das Wirtschaftswachstum, sondern auch die Inflation einen „selbsttragenden Aufwärtstrend“ zeigen. „Der zugrundeliegende Inflationsdruck ist weiterhin verhalten, da die Flaute am Arbeitsmarkt immer noch erheblich bleibt“, erklärte Mario Draghi bei einer Rede vor dem EU-Parlament. Ein Signal, dass die Notenbank noch eine Weile an ihrer ultralockeren Geldpolitik festhalten dürfte.

Unter Inflation versteht die EZB die Steigerung der Verbraucherpreise – für Lebensmittel, Bekleidung oder Wohnungskosten beispielsweise. Was weniger im Fokus liegt, sind die Nebenwirkungen der expansiven Notenbankpolitik. Denn abseits des täglichen Bedarfs geht es kräftig aufwärts. Die Vermögenspreise befinden sich auf einem Allzeithoch. Das zeigt der aktuelle Vermögenspreisindex des Flossbach von Storch Research Institutes für das dritte Quartal.

  • Die Vermögenswerte deutscher Haushalte verteuern sich zum Ende des dritten Quartals 2017 um 8,7% im Jahresvergleich.
  • Die Inflationsrate übertrifft selbst das jüngste Allzeithoch aus dem zweiten Quartal dieses Jahres. Das lag vor allem an den steigenden Preisen für Sachwerte.
  • Betriebsvermögen (+22,9% gegenüber dem Vorjahresquartal) und Aktien (+13,0%) verteuerten sich besonders stark.
  • Die Preissteigerungen von Immobilien (+7,7%) erreichte ebenfalls ein Rekordhoch.
  • Nominalwerte entwickeln sich deutlich schlechter. Bei Rentenwerte sanken die Preise zum Vorjahresquartal sogar um 4,2 %.

Die expansive Geldpolitik der Notenbank hat also eine immense Preiswirkung. Die Analyse zeigt: Während Waren des täglichen Bedarfs nur moderat steigen, sind die Effekte vor allem bei Sachwerten – etwa bei Aktien und Immobilien – sehr groß. In Zeiten ohne Zinsen sind Alternativen zu klassischen, zinsbasierten Anlageprodukten gefragt. Diese Nachfrage treibt die Preise.

Schwerer messbar sind die sozialen und gesellschaftlichen Effekte. Klar ist: Wohlhabende und ältere Haushalte zählen zu den Gewinnern der expansiven Notenbankpolitik. Sie besitzen in der Regel schon größere Wertpapier-Portfolien oder Immobilien, die im Preis bereits stark gestiegen sind. Für Berufseinsteiger, junge Familien oder Sparer ohne Vermögen wird es dagegen immer schwieriger, sich ein Eigenheim zu leisten oder für das Alter vorzusorgen.    

 

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