Der Fonds einer anspruchsvollen Dekade


Die vergangenen Jahre waren turbulent: Aus der US-Immobilienkrise wurden Staatsschulden- und Eurokrise. Dann kam Corona. Heute leben wir in einer „Welt ohne Zins“. Da ist Flexibilität gefragt.

Wir haben unsere Anlagestrategie ab 2001 unter dem Eindruck des Platzens der Technologieblase entwickelt. Nachdem wir dann 2007 den Fonds aufgelegt haben, waren Krisen unsere stetigen Begleiter. Heute bewegen sich die Schulden der Industrieländer auf Rekordniveau. Sparer zahlen Strafzinsen. Niemals zuvor in der Geschichte war der Zins so niedrig. Viele ökonomische Gesetzmäßigkeiten haben ihre Gültigkeit verloren. Kein Zweifel besteht jedoch an der Bereitschaft der Notenbanken, ihre lockere Geldpolitik fortzusetzen. Die Zinsen werden daher für lange Zeit niedrig bleiben (müssen).

Der Anspruch: Vermögen langfristig erhalten, attraktive Renditen erzielen

In einem fragilen Umfeld sollten Vermögen robust aufgestellt sein. So robust, dass sie Krisen weitgehend unbeschadet überstehen – in ruhigen Zeiten aber auskömmliche Renditen erzielen. Genau das ist der Anspruch des Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities.

Die Strategie: Der Fonds passt sich dem Marktumfeld an

Das Fondsmanagement investiert in mehrere Anlageklassen und kann den Fonds zügig an das Marktumfeld anpassen: Bei guten Chancen kann die Ausrichtung des Portfolios offensiv sein. Sollte es die Situation aber erfordern, kann die Aufstellung flexibel angepasst werden.

Wir investieren weltweit und fokussieren uns auf Qualitätsunternehmen mit attraktiven Geschäftsmodellen und soliden Bilanzen. Sorgfältig ausgewählt, lassen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft nachhaltige Erträge erwarten. Bei jeder Kaufentscheidung müssen die Chancen größer sein als die Risiken.


Der Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. Im Interview spricht Fondsmanager Dr. Bert Flossbach über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Perspektiven des beliebten Multi-Asset-Fonds.

Insgesamt verwaltet Flossbach von Storch mittlerweile mehr als 35 Mrd. Euro in der Multiple-Opportunities-Strategie. Hat Sie der Erfolg überrascht?

Bert Flossbach: Was die Performance betrifft – nein. Dass sich im Laufe der Jahre so viele Anleger für den Fonds interessieren und uns ihr Vertrauen schenken würden, habe ich allerdings nicht gedacht. Ein großes Dankeschön dafür!

Sind Sie selbst noch investiert?

Natürlich! Kurt von Storch auch. Und viele Mitarbeiter, Verwandte, Freunde, Nachbarn und Bekannte. Vermögende Familien und Vorsorgesparer gleichermaßen. Das ist eine riesige Verantwortung, ganz unabhängig davon, ob jemand eine Million Euro investiert oder monatlich 50 Euro in einen Sparplan einzahlt. Wir sind uns dieser Verantwortung sehr bewusst.

Wie würden Sie Ihre Anlagestrategie beschreiben? 

Aktiv und kaufmännisch geprägt. Entscheidend ist immer das Chance-Risiko-Verhältnis einer Anlage.

Was können Anleger von dem Fonds erwarten?

Wir versprechen nichts, was wir nicht halten können. Unser Anspruch ist es, langfristig attraktive Renditen für unsere Anleger zu erwirtschaften, um ihnen dabei zu helfen, ihre finanziellen Ziele und Wünsche zu erfüllen. Daran lassen wir uns messen. Dieser Anspruch ist übrigens der gleiche wie vor zehn Jahren …

Ist ein so großer Fonds nicht mittlerweile viel zu schwerfällig, um attraktive Anlagen zu finden? 

Nein, ist er nicht. Das Anlageuniversum ist riesig groß. Allein die Marktkapitalisierung der weltweit börsennotierten Aktien beträgt rund 80 Billionen US-Dollar. Der Anleihemarkt kommt sogar auf mehr als 150 Billionen US-Dollar. Für einen Fonds wie den „MOF“ finden sich in diesem Universum mehr als genug potenziell attraktive und liquide Anlagen. An der Flexibilität, die die Anlagestrategie und damit den Fonds seit jeher auszeichnet, hat sich trotz des Wachstums nichts verändert.

Die Größe hat keinerlei Nachteile? 

Keine, die sonderlich hinderlich wären. Im Gegenteil: Die Vorteile überwiegen bei Weitem. Als einer der größten Aktieninvestoren in Europa haben wir heute direkten Zugang zu nahezu allen Vorstandsvorsitzenden und Finanzvorständen der Unternehmen, in die wir investieren. So können wir uns selbst ein Bild von der Qualität, der Strategie und der Glaubwürdigkeit des Unternehmensmanagements machen. Schlussendlich ist es das Management, das langfristig den Wert eines Unternehmens bestimmt; der Vorstand trägt die Verantwortung für die Unternehmenskultur und dessen langfristige Strategie. Der tiefe Einblick ist ein großer Vorteil, um die Chancen und Risiken präzise einschätzen zu können. Die Fondsgröße verschafft uns also Möglichkeiten, die wir vorher so nicht hatten.

Der Fonds hat sich immer dann besonders gut gehalten, wenn es an der Börse gekracht hat. Könnten Sie heute genauso flexibel reagieren wie beispielsweise 2008?

Könnten wir. Zum Beispiel über Absicherungen mittels liquider Futures. Die Größe ist aber weniger das Thema, sondern vielmehr der Anlass. Wenn wir im großen Stil absichern, müssen wir schon sehr gute Gründe dafür haben. Absicherungsgeschäfte kosten Geld und schmälern langfristig die Rendite – sie dürfen also kein Selbstzweck sein. Auch deshalb haben wir in den vergangenen Jahren allenfalls geringfügige Positionsabsicherungen betrieben und damit in ausreichendem Maße am Börsenaufschwung partizipiert.

Gibt es Überlegungen, den Fonds wegen der Größe zu schließen?

Nein, gibt es nicht. Aus den zuvor genannten Gründen.

Der Fonds hat sich immer besonders gut gehalten, wenn es an der Börse gekracht hat, beispielsweise in der Finanzkrise 2008, aber auch in der Coronakrise 2020, als sich das Fondsvermögen bereits auf mehr als 30 Milliarden Euro belief. Was hat gut funktioniert und was war schwierig?

Ab Februar 2020 haben die Kapitalmärkte mit heftigen Ausschlägen auf die weltweite Ausbreitung von Covid-19 reagiert. Wir hatten damals den Aktienanteil frühzeitig abgesichert. Die Folgen und das Ausmaß der Pandemie waren kaum absehbar. Die Herausforderung ist natürlich, nicht einseitig auf das Eintreten nur eines Szenarios zu spekulieren – hier helfen uns unsere Investmentleitlinien, vor allem das Postulat der Diversifikation. So halfen im ersten Halbjahr 2020 zudem unsere Investments in Gold und Anleihen, die Wertentwicklung zu stabilisieren. Vielleicht sogar noch wichtiger: Unser Fokus auf Qualität, also auf ertragreiche Unternehmen mit soliden Bilanzen, deren Aktienkurse sich besonders rasch erholt haben. Daher haben unsere Anleger in dieser Zeit deutlich weniger verloren als der Markt.

Welche Schlagworte beschreiben den Fonds am besten?

Qualität. Geduld. Vertrauen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Als der Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities 2007 aufgelegt wird, ist der Fonds zunächst nur für das private Vermögen der Firmengründer, ihrer Familien und Freunde gedacht. Heute zählt er zu den beliebtesten Publikumsfonds in Deutschland – und die Firmengründer sind noch immer investiert. Ein kurzes Fondsporträt. 

Niemals zuvor in der Geschichte war die Politik der großen Notenbanken so locker, das Zinsniveau in den Industrienationen so niedrig. Wer vor zehn Jahren behauptet hätte, Banken und Sparkassen würden irgendwann Negativzinsen für Guthabenkonten verlangen, wäre vermutlich ausgelacht worden. Negativzinsen? So etwas hat es schließlich in den vergangenen 3.000 Jahren (so lange reichen die Aufzeichnungen immerhin zurück!) nicht gegeben.

Wir befinden uns also auf unerforschtem Gebiet.

Die richtige Auswahl verschiedener Anlageformen ist daher heutzutage sehr viel schwieriger als ein einfacher Kontozinsvergleich. Aber auch die von vielen Profi-Investoren eingesetzten, auf historischen Daten basierenden finanzmathematischen Modelle haben ihre Tücken: So wie eine Karte der Nordsee bei einer Fahrt durch den Atlantik nutzlos ist, sind starre Risikomodelle kaum geeignet, ein Vermögen sicher und ertragreich durch Phasen großer Umbrüche zu manövrieren. Flexibilität ist stattdessen gefragt.

Das Fondsmanagement der Flossbach von Storch Multiple Opportunities Fonds investiert in verschiedene Anlageklassen. Dabei genießt es sehr hohe Freiheitsgrade. So ist der Fonds in der Lage, sein Profil dem Marktumfeld zügig anzupassen. Er kann eher offensiv ausgerichtet sein, sollte es die Situation erfordern, oder eher defensiv, falls es notwendig erscheint.

Die Grundlage für die Verteilung des Fondsvermögens ist ein eigenes, unabhängiges Weltbild, das derzeit (weiter) steigende Staatsschulden, dauerhaft niedrige Zinsen und ein (nur) moderates Wachstum der Weltwirtschaft vorsieht.

Ob ein einzelnes Investment attraktiv ist, wird im Rahmen einer gründlichen Unternehmens- oder Länderanalyse beurteilt. Maßgeblich für jede Anlageentscheidung ist das Chance-Risiko-Verhältnis; die Chancen müssen stets deutlich größer sein

als die Risiken. Dabei gilt: Für den langfristigen Anlageerfolg ist es wichtiger, die Risiken zu verstehen, statt zu versuchen, sie gänzlich zu vermeiden. Es gibt keine Anlage, die sowohl kurzfristige Sicherheit als auch langfristigen realen Kapitalschutz geschweige denn Wertzuwachs bietet. Das Kontoguthaben gewährt Ersteres, die Aktienanlage Letzteres, um zwei Beispiele zu nennen.

Auch wenn der Fondspreis in den vergangenen Jahren unterdurchschnittlich stark geschwankt hat, nehmen wir Kursschwankungen (Volatilität) billigend in Kauf, um langfristig attraktive Renditen erzielen zu können –  vorausgesetzt, wir sind von der Qualität des jeweiligen Investments überzeugt.

Unsere Überzeugung ist, dass ein breit aufgestelltes Portfolio im Niedrigzinsumfeld einen entsprechend großen Aktienanteil enthalten sollte. Unser Fokus liegt dabei auf echten Qualitätstiteln – auf Aktien von Unternehmen, die über ein erprobtes Geschäftsmodell verfügen, verlässlich wachsen, global aufgestellt und wenig verschuldet sind. Wir verstehen den Kauf einer Aktie als langfristige Beteiligung an einem Unternehmen, nicht als kurzfristige Spekulation. Die Zeit ist der Freund der Qualitätsaktie. 

Bei Anleihen verfolgen wir einen aktiven, sehr opportunistischen Ansatz. Auf Anlagegelegenheiten warten – und diese dann auch nutzen, wenn sie sich ergeben. Auf diese Weise lassen sich nach wie vor vergleichsweise attraktive Renditen mit Anleihen erzielen.

Ein wichtiger Baustein unseres Portfolios ist Gold: eine Versicherung gegen die uns bekannten und unbekannten Risiken, insbesondere die langfristigen Folgen der ultralockeren Geldpolitik. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Vertrauen in unser Papiergeldsystem irgendwann schwindet, sollte das Notenbankexperiment außer Kontrolle geraten.

Wenngleich wir sehr froh wären, wenn wir diese Versicherung in Zukunft nicht in Anspruch nehmen müssten. 

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