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Aktien | Geldanlage

Wandelanleihen: Stabilität und Rendite kombiniert

- Marian Appel-Graham

Wandelanleihen adressieren das Sicherheitsbedürfnis von Anlegerinnen und Anlegern, ohne dabei sämtliche Renditepotentiale zu opfern, die Aktien bieten. Warum das gerade im aktuellen Umfeld wertvoll sein kann.

Im vergangenen Sommer haben wir an dieser Stelle über das Thema Wandelanleihen gesprochen. Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump hat damals die Kapitalmärkte beschäftigt – und Anleger weltweit verunsichert.

Auch wenn sich die großen Aktienindizes seither ordentlich entwickelt haben, kleinere Rücksetzer inbegriffen, und das Zollthema „heruntergekocht“ wurde – die Unsicherheit ist geblieben. Der Krieg im Iran und dessen Folgen, insbesondere der massive Ölpreisanstieg, belasten die Weltwirtschaft. Wie groß der langfristige Schaden ist, lässt sich aus heutiger Sicht nur schwer vorhersagen.

Einmal mehr lohnt deshalb der Blick auf den kleinen, aber feinen Markt für Wandelanleihen. Eine Anlageklasse, die qua Konstruktion als Stabilisator eines Portfolios taugt, die aber viele schlicht nicht auf dem Zettel haben. Und dass obwohl die „Wandler“ in der jüngeren Vergangenheit ihren Nutzen eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben, gerade in Phasen, in denen es an den Märkten turbulenter zugegangen ist. Etwa nach dem Trump’schen Zollhammer im Frühling vergangenen Jahres.

Stabilisator qua Konstruktion

Wandelanleihen (Convertible Bonds) sind verzinste Anleihen, die von Anlegern innerhalb eines festgelegten Zeitraums zu einem vorab definierten Kurs in Aktien „gewandelt“ werden können. Sie vereinen Eigenschaften beider Anlageklassen und helfen dabei, Renditechancen und Schwankungsrisiken in Einklang zu bringen.

Steigen die Aktienkurse, partizipieren Wandelanleihen durch ihre Aktienkomponente an diesem Aufschwung. In Zeiten fallender Aktienmärkte hingegen hat der Anleihecharakter eine stabilisierende Funktion. Das Besondere: Sie partizipieren stärker an steigenden Aktienkursen, als sie bei fallenden Kursen verlieren.

Am besten verständlich wird dieses asymmetrische Verhalten an einem Beispiel: Steigt die Aktie um zehn Prozent, legt eine zugehörige Wandelanleihe sechs Prozent zu; fällt die Aktie hingegen um zehn Prozent, verliert die Wandelanleihe nur vier Prozent. Das ist aus Perspektive eines Anlegers eine sehr wünschenswerte Eigenschaft, die man im Fachjargon auch als „Konvexität“ bezeichnet.

Auf die Kreditqualität kommt es an

Verlustbegrenzung in turbulenten Phasen klingt gut, aber damit Wandelanleihen im Portfolio effektiv abfedern, kommt es nicht nur auf die Potenzialanalyse der Aktie, sondern vor allem auf die Kreditqualität des Emittenten an.

Der globale Markt für Wandelanleihen weist eine breite Spanne an Emittenten und Bonitäten auf, von denen mehr als 80 Prozent über kein externes Rating verfügen. Umso wichtiger ist es, genau hinzuschauen.

Der Referenzindex differenziert nicht nach Qualität, wir als aktive Manager dagegen schon. Wir suchen Titel, die einen soliden „Bondfloor“ bieten, für den Fall, dass es einmal turbulenter zugeht an den Märkten. Wir treffen unsere Investmententscheidungen daher auf Basis eines sorgfältigen fundamentalen Researchs, unabhängig von Gewichtungen im Vergleichsindex.

Die Szenarioanalyse muss aus unserer Sicht in beide Richtungen funktionieren, der „Sweet Spot“ ist eine moderate, aber spürbare Partizipation an der Kursentwicklung der Aktienmärkte bei gleichzeitig hoher Konvexität und überdurchschnittlicher Kreditqualität.

Unsicheres Marktumfeld

Angesichts der vielen Unsicherheitsfaktoren – nehmen wir den Iran-Krieg und, damit verbunden, einen US-Präsidenten, der Märkte zu jeder Zeit in Euphorie oder Panik versetzen kann, oder die lauter werdenden Fragen nach der Nachhaltigkeit der KI-Euphorie – erscheinen uns Wandelanleihen im aktuellen Umfeld besonders attraktiv.

Ihr konvexer Charakter stellt dabei das zentrale Unterscheidungskriterium von klassischen Multi-Asset-Strategien dar und ermöglicht Anlegern dadurch ein besonderes Rendite-Risiko-Profil. Entwickeln sich die Märkte positiv, partizipieren Wandelanleihen zunehmend stärker an den zugrundeliegenden Aktien. Dementgegen wirkt ein solider Bondfloor in Schwächephasen stabilisierend, sodass Wandelanleihen die Kursrückgänge am Aktienmarkt nicht eins zu eins mitmachen.

Dieser „Fallschirm“ funktioniert aber nur bei Unternehmen, deren Geschäftsmodell robust ist; bei denen also die Rückzahlungsfähigkeit nicht infrage steht. Heißt: Die Auswahl dieser Unternehmen setzt eine sorgfältige Analyse voraus.

Nur so lässt sich sicherstellen, dass im Fall der Fälle die Abfederung auch ordentlich funktioniert.


Glossar

Verschiedene Fachbegriffe aus der Welt der Finanzen finden Sie in unserem Glossar erklärt.

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