Aktienrückkäufe im Dax – Die große Kurspflege

13.08.2018 - Flossbach von Storch

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Die Unternehmen im Dax kaufen dieses Jahr voraussichtlich so viele eigene Aktien wie seit zehn Jahren nicht. Kurzfristig profitieren die Aktionäre. Es gibt aber auch Kritik.

Die Aktienrückkäufe der an der Börse notierten deutschen Unternehmen steuern auf ein Zehn-Jahreshoch zu. Bis Mitte Juli 2018 haben bereits sieben DAX- und MDAX-Konzerne ihre eigenen Anteile zurückgekauft und hierfür in Summe 4,8 Milliarden Euro eingesetzt. Weitere 5,7 Milliarden Euro an Rückkäufen wurden für dieses und nächstes Jahr bereits angekündigt. Das ist das Ergebnis einer Studie des Flossbach von Storch Research Institutes. Die Chancen stehen demnach gut, dass das Vorjahresvolumen an Aktienrückkäufen von 5,5 Milliarden Euro übertroffen wird. Dann würden in diesem Jahr so viele Aktien zurückgekauft wie seit einer Dekade nicht mehr.

„Die Rückkäufe in diesem Jahr sind Teil längerfristiger Kaufprogramme der Unternehmen“, erklärt Philipp Immenkötter, Studienautor und Analyst beim Flossbach von Storch Research Institute. Aktuell unterhalten sieben im DAX oder MDAX gelistete Unternehmen Rückkaufprogramme, welche in 2017 oder 2018 aufgelegt wurden. Von der Gesamtsumme von 12,7 Milliarden Euro wurden bereits 7,0 Milliarden Euro abgerufen. Eine Kaufsumme von weiteren 5,7 Milliarden Euro ist noch offen, die für den weiteren Verlauf von 2018 oder in 2019 bereits angekündigt wurde.

Die größten Käufer

Die größten Aktienrückkaufprogramme haben Adidas und Siemens mit jeweils 3,0 Milliarden Euro. Während Adidas bis Mitte Juli erst Käufe im Wert von 550 Millionen Euro getätigt hat und der Großteil noch aussteht, hat Siemens bereits eigene Papiere im Wert von 2,2 Milliarden Euro erworben. Das Programm der Allianz umfasst 2,0 Milliarden Euro und ist bereits vollständig umgesetzt. Zudem hat die Allianz im Vorjahr bereits eigene Aktien im Wert von weiteren 3,0 Milliarden Euro zurückgekauft. Innerhalb der vergangenen 18 Monate summierten sich die Aktienrückkäufe von Europas größtem Versicherer bereits auf 5,0 Milliarden Euro. Der Rückversicherer Munich Re unterhält ebenfalls ein Kaufprogramm in Höhe von 2,0 Milliarden Euro, welches bis Mitte Juli 2018 bereits zur Hälfte umgesetzt wurde.

Kurzfristige Kurspflege statt langfristiger Investitionen?

Ohne die Einzelfälle im Detail zu analysieren, sind Aktienrückkäufe grundsätzlich nicht unumstritten. „Die Unternehmen tauschen Kasse gegen einen höheren Aktienkurs“, sagt Analyst Immenkötter. „Problematisch dabei ist, dass durch die Rückkäufe kein ökonomischer Mehrwert geschaffen wird“. Liquide Mittel würden nicht in neue Werte investiert. Im Zuge der Digitalisierung gäbe es in vielen Unternehmen aber Investitionsbedarf. „Der Aktionär ist nur auf dem Papier reicher geworden und hat nicht wie bei einer Dividende mehr Geld in der Kasse, welches er neu investieren könnte“, sagt Immenkötter.

Aktienrückkäufe gelten laut Studie eher als ein Mittel der letzten Wahl. „Erst wenn sich keine weiteren Investitionsmöglichkeiten und Zukäufe ergeben, die Dividende nicht kurzfristig erhöht, es keinen Grund für eine vorzeitige Schuldentilgung gibt und auch kein übermäßig hoher Liquiditätspuffer benötigt wird, greifen Unternehmen zu der Maßnahme und kaufen ihre eigenen Titel zurück“, sagt Immenkötter. Aktuell spreche einiges für die Rückkäufe. Durch die niedrigen Zinsen erscheinen sowohl Kassenhaltung als auch vorzeitige Schuldentilgung bei vielen Unternehmen als wenig attraktiv. Eine kurzfristige Erhöhung der Dividende wird von Investoren meist nicht gern gesehen. Die Investitions- und Akquisitionsaktivitäten sind aktuell auf keinem besonders hohen Niveau. Diese Rahmenbedingungen sorgen laut Immenkötter dafür, dass die Aktienrückkäufe auch in Deutschland deutlich an Attraktivität gewonnen haben.

 

Die vollständige Studie ist abrufbar auf der Webseite des Flossbach von Storch Research Institutes.

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