Der Krieg im Nahen Osten lässt die Energiepreise steigen – und könnte das Wachstum bremsen. Der Aktienmarkt musste im März Verluste hinnehmen. Der Monatskommentar unseres größten Aktienfonds.
Unsicherheiten über die Auswirkungen des Krieges im Iran belasteten im März die internationalen Finanzmärkte. Steigende Energiepreise könnten das globale Wachstum auf Sicht bremsen – und gleichfalls die Inflation erhöhen. Der globale Aktienindex MSCI World verlor auf Monatssicht (in Euro gerechnet) 4,1 %. Aus Sicht europäischer Investoren half hierbei die Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro von rund 2,2 %.
Die Flucht in den Dollar als „sicheren Hafen“ entsprach vielen historischen Krisenphasen. Ebenso verzeichnete der Energiesektor im März angesichts der stark angestiegenen Preise für Öl und Gas wenig überraschend die stärkste Wertentwicklung im MSCI World Index. Der Kapitalmarkt wies aber auch einige ungewöhnliche Muster auf: So fiel der Goldpreis deutlich stärker als der Aktienmarkt, und auch historisch defensive Sektoren wie Basiskonsum oder Gesundheit fielen überdurchschnittlich stark. Auch wenn die Energiekrise für vereinzelte Gegenwinde in diesen Sektoren sorgen könnte, scheinen technische Faktoren bei den Kursbewegungen die größere Rolle gespielt zu haben.
Auf Einzeltitelebene kamen die größten positiven Wertbeiträge aus unseren Beteiligungen am Finanzdienstleister Deutsche Börse und den beiden Softwareanbietern Roper Technologies und Intuit. Die größten negativen Wertbeiträge kamen aus unseren Beteiligungen an den Basiskonsumgüterherstellern Unilever und Reckitt sowie dem schwedischen Industriekonglomerat Atlas Copco.
Während die negative Kursentwicklung Atlas Copcos vor dem Hintergrund der Sorgen um die Konjunkturentwicklung nachvollziehbar ist, sind die Kursrückgänge bei Reckitt und Unilever wohl auch vor dem Hintergrund der beschriebenen Sektorentwicklung zu sehen. Bei Unilever kam noch hinzu, dass das Unternehmen zum Quartalsende die Abspaltung seiner Lebensmittelsparte ankündigte. Diese soll mit dem US-Konkurrenten McCormick verschmolzen werden, und Unilever 65 % am kombinierten Unternehmen sowie 15,7 Milliarden US Dollar erhalten. Strategisch begrüßen wir die Abspaltung und den geschärften Fokus auf Körperpflege- und Haushaltsprodukte. Angesichts der relativ langen Übergangsperiode – die Transaktion soll Mitte 2027 schließen – und hoher Transaktionskosten fiel die Marktreaktion jedoch verhalten aus.



