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Die KI-Rally zeigt erste Bremsspuren

- Flossbach von Storch - Global Quality

Im Juli kippte die Stimmung bei vielen hoch bewerteten KI-Aktien. Während Halbleiterwerte deutlich unter Druck gerieten, holten die zuletzt vernachlässigten Titel aus anderen Sektoren auf. Der Monatskommentar unseres globalen Aktienfonds Flossbach von Storch - Global Quality.

Im Vormonat hatten wir schon einmal beschrieben, wie aus unserer Sicht am Aktienmarkt eine Art euphorisches Fieber rund um das Thema Künstliche Intelligenz zu herrschen schien und die Nervosität deutlich zugenommen hatte.

Im Juli kippte die Stimmung bei vielen zuletzt an der Börse hochgejubelten KI-Gewinnern – mit teils empfindlichen Kursverlusten. Der Philadelphia Stock Exchange Semiconductor Index, der die Wertentwicklung der wichtigsten in den USA börsennotierten Halbleiterunternehmen darstellt, verlor in der Spitze mehr als 25 %, und schloss den Monat mit deutlichen Verlusten ab.

Im Gegenzug bekamen im Rahmen der KI-Euphorie zuletzt vernachlässigte Aktien über verschiedene Sektoren hinweg deutlichen Rückenwind. Eine in Summe starke Berichtssaison tat ihr Übriges, um den Markt trotz der teils herben Kursverluste bei hochkapitalisierten KI-Gewinnern und einem Wiederaufflammen der Kampfhandlungen im Iran-Krieg weitgehend zu stabilisieren.

Der globale Aktienindex MSCI World schloss den Monat Juli dank dieser ausgeprägten Rotation mit einer nahezu unveränderten Wertentwicklung ab (-0,1 %).

In diesem Umfeld konnte sich der Flossbach von Storch Global - Quality gut entwickeln und verzeichnete im Juli einen Anstieg des Anteilspreises um rund 5 %. Auf Ebene einzelner Beteiligungen kamen die größten positiven Wertbeiträge von Microsoft, Amazon, Coloplast und SAP. Der US-Software- und Cloudanbieter Microsoft verzeichnete einen deutlichen Kursanstieg nach Veröffentlichung seiner Zahlen für das abgelaufene Quartal. Unter anderem konnte das Unternehmen starkes Wachstum in seinem Cloud-Geschäft mit Azure verbuchen, das insbesondere dank starker Nachfrage durch KI-Anwendungen den Umsatz um 43 % steigern konnte. Gleichzeitig erhöhte Microsoft seine bisherige Prognose für die Kapitalausgaben im laufenden Geschäftsjahr nicht weiter – anders als zuletzt beispielsweise die Wettbewerber Meta oder Alphabet. Dies nährte die Hoffnung, dass die hohen Investitionen des Unternehmens in neue Datenzentren attraktive Renditen erwirtschaften könnten – diesbezügliche Sorgen lasteten zuletzt auf den Aktienkursen der großen Cloud-Anbieter (Hyperscaler). Die gleiche Logik beflügelte auch die Aktie von Amazon, einem weiteren Hyperscaler, der ebenfalls starke Wachstumsraten im Cloud-Geschäft mit konkreten Aussagen zur Monetarisierung der hohen Investitionen untermauern konnte.

Der deutsche Softwarekonzern SAP berichtete ebenfalls über eine anhaltend gute Geschäftsentwicklung. Insbesondere der Auftragsbestand von in den nächsten 12 Monaten geplanten Ausgaben seiner Kunden für Cloud-Software des Unternehmens entwickelte sich mit einer Erhöhung um 27 % gegenüber dem Vorjahresquartal weiter sehr stark. Hierin erfasst sind unter anderem die Aufträge von Kunden, die von historisch auf firmeneigenen Servern bereitgestellte SAP Software auf die neueste, für die Cloud konzipierte Software umsteigen. Einmal umgestellte Kunden sind für SAP in der Regel nicht nur profitabler; vieles spricht dafür, dass diese nach einer aufwändigen Migration für viele Jahre verlässlich zahlende Kunden bleiben dürften.

Die größten negativen Wertbeiträge kamen aus unseren Beteiligungen an Legrand, Ralliant und Amphenol. Alle Aktien gerieten im Rahmen der beschriebenen Marktrotation unter Druck – denn alle drei Unternehmen profitierten zuletzt von boomenden Ausgaben für KI-Datenzentren. Da half es auch nichts, dass die Unternehmen von einer starken Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal berichteten und im Falle Legrands und Ralliants ihre Gesamtjahresprognose deutlich anhoben (Amphenol gibt keine Prognose für das Geschäftsjahr).

Der französische Industriekonzern Legrand liefert unter anderem Komponenten zur Stromversorgung und Kühlung von Datenzentren. Das US-Industrieunternehmen Ralliant beliefert unter anderem Versorger und Halbleiterhersteller, deren Nachfrage vom Ausbau der strom- und halbleiterhungrigen Datenzentren angetrieben wird. Amphenol bietet in seinem mittlerweile größten Segment hochspezialisierte Kabel und Steckverbindungen zur Strom- und Datenübertragung in Datenzentren an.