Skip to Content

KI-Euphorie trifft auf die Realität

- Flossbach von Storch - Multiple Opportunities

Im Juli gerieten vor allem hoch bewertete Technologie- und Chipaktien unter Druck und einige traditionelle Branchen feierten ein Comeback. Diversifikation zahlt sich aus. Die Monatsbilanz des Flossbach von Storch - SICAV Multiple Opportunities.

Die Hoffnung auf eine dauerhafte Entspannung im Nahen Osten erwies sich im Juli als trügerisch. Mit den wieder aufflammenden Angriffen in der Region stieg der Ölpreis der Sorte Brent erstmals seit Mai kurzfristig wieder über die Marke von 100 US-Dollar. Für die Kapitalmärkte spielten die Energiepreise diesmal jedoch eine untergeordnete Rolle. Im Mittelpunkt standen die Quartalsergebnisse der großen Technologiekonzerne, und die Reaktionen darauf fielen ausgesprochen differenziert aus. Während die Aktien von Alphabet und Meta empfindliche Kurseinbußen erlitten, konnten die Aktien von Microsoft und Amazon, die zu den größten Titeln im Portfolio zählen, deutlich zulegen. Dagegen litten die Aktien der Chiphersteller unter der Sorge, dass der KI-Investitionsboom an Fahrt verlieren könnte. Das hat bei dem in den Vormonaten stark gestiegenen Philadelphia Semiconductor Index zu einem Kurseinbruch von 21 % geführt und auch den technologielastigen Nasdaq 100 Index um 7 % fallen lassen. Anders sah es bei den Aktien aus traditionellen Branchen wie Konsum, Gesundheitswesen oder Finanzen aus, die sich trotz der hohen Energiepreise gut entwickelt haben. Davon profitierte auch der Fonds, der mit einem Plus von 3,9 % seit längerer Zeit wieder ein sehr erfreuliches Monatsergebnis erreicht hat und sich auch deutlich besser entwickelte als der globale MSCI World-Aktienindex, der unverändert zum Vormonat schloss.

Dass auch innerhalb des Technologiesektors differenziert wurde, zeigt sich an den Einzeltitelbeiträgen des Portfolios. Zu den Gewinnern zählte im Juli beispielsweise Microsoft, während Alphabet einen negativen Wertbeirag lieferte. Apple, dessen Geschäftsmodell weniger kapitalintensiv als das der großen Hyperscaler und zudem näher am Konsumenten ist, lieferte ebenso einen positiven Beitrag zur Fondspreisentwicklung wie die Aktien des Börsenbetreibers Intercontinental Exchange oder des Medizintechnikanbieters Abbott Laboratories. Einen negativen Wertbeitrag lieferten die Aktien von Adidas, die trotz guter Quartalszahlen deutlich unter Druck kamen – weshalb wir das niedrige Kursniveau für Zukäufe genutzt haben.

Unsere Positionierung vermeidet einseitige Wetten und hohe Konzentrationen in einem einzelnen Sektor, etwa im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Gleichwohl halten wir Beteiligungen an Unternehmen wie Alphabet und Amazon, die derzeit zwar viel Geld investieren, aber die Flexibilität besitzen, dies zu ändern, sollten sich die Ausgaben nicht rentieren. Auch deshalb halten wir uns bei Aktien aus dem Chip-Sektor zurück. In den vergangenen Monaten haben wir unser Gewicht in Konsumaktien etwas reduziert und neue Positionen in Unternehmen wie Stryker, Zoetis, SAP, Rheinmetall, BAE Systems oder der chinesischen CATL aufgebaut – teils, um verschiedene Wachstumstrends abzubilden, teils, um niedrige Bewertungen etablierter Marken für Käufe zu nutzen.

Die Positionierungen in Gold (nicht physisch) und Anleihen blieben im Juli weitgehend unverändert. Die höheren Renditen haben uns auf der Anleiheseite noch nicht zu Käufen veranlasst, da die Chance-Risiko Verhältnisse aus unserer Sicht bei vielen Aktien derzeit besser erscheinen.