Steigende Ölpreise im Zuge des Nahost-Konfliktes ließen die Renditen im Juli steigen. Defensive Anleger profitieren von höheren Realrenditen bei Papieren von Emittenten mit Top-Bonitäten. Die Monatsbilanz unseres defensiven Anleihefonds Flossbach von Storch - Bond Defensive.
Die Re-Eskalation im Iran-Konflikt und der damit verbundene neuerliche Ölpreisanstieg auf bis zu 100 US-Dollar je Barrel Brent sorgten im Juli für einen spürbaren Rücksetzer an den globalen Anleihemärkten. Die Renditen von Euro-Anleihen notierten über das gesamte Laufzeitenspektrum hinweg deutlich höher als im Vormonat. Bei deutschen Bundesanleihen, Pfandbriefen und Unternehmensanleihen aus dem Investment-Grade-Bereich ging es um rund 30 bis 35 Basispunkte (BP) nach oben, bei italienischen Staatsanleihen noch einmal um knapp 10 BP mehr.
Die am Markt eingepreisten Inflationserwartungen bewegten sich als Reaktion auf die höheren Ölpreise jedoch nur verhalten, sodass sich der Renditeanstieg im Juli größtenteils als Realrenditeanstieg zeigte. Der Ölpreisschock wurde damit weniger als Beginn einer dauerhaft höheren Inflationsdynamik interpretiert, sondern spiegelte vor allem eine gestiegene Risiko- und Unsicherheitsprämie wider.
Während der reale laufende Ertrag für Anleger zunehmend attraktiv erscheint und unweit seiner 15-Jahres-Höchststände liegt, reflektiert das Renditeniveau zugleich die restriktive Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB). Bei ihrer Sitzung im Juli beließ die EZB ihren Leitzins zwar bei 2,25 %, öffnete aber gleichzeitig die Tür für mögliche weitere Zinsschritte. Auf der anderen Seite des Atlantiks zeigte sich bei US-Anleihen ein ähnliches Bild mit einem kräftigen Anstieg der Realrenditen, der bei kurzen und mittleren Laufzeiten allerdings etwas weniger ausgeprägt war. Im Monatsvergleich notierten fünfjährige US-Staatsanleihen rund 20 BP höher, ihre 30-jährigen Pendants gut 30 BP.
Unser Portfolio bietet mit einer laufenden Rendite von rund 3 % eine attraktive Ausgangsbasis und damit eine Verzinsung deutlich oberhalb vieler Geldmarkt- und Sparprodukte. Zudem verbessern die höheren Renditen die Wiederanlagebedingungen für auslaufende Anleihen und laufende Kuponerträge.
Trotz der zuletzt wieder aufflammenden Spannungen im Mittleren Osten erscheinen uns die am Markt eingepreisten Zinsanhebungserwartungen überzogen. Wir rechnen bei den Renditen von Euro-Anleihen in den kommenden Monaten wieder mit einem spürbaren Rückgangspotenzial und den damit verbundenen Kursgewinnen. Mit unserer moderat offensiven Gesamtduration von aktuell rund 2,8 Jahren sehen wir uns für dieses Szenario gut positioniert.



