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Energiepreisanstieg belastet Anleihemärkte

- Flossbach von Storch - Bond Opportunities

Der Iran-Konflikt treibt die Anleiherenditen weltweit in die Höhe. Der neue US-Notenbankchef macht die Inflation zu seiner drängendsten Aufgabe. 

Auch im August wurden die globalen Anleihemärkte belastet von der anhaltenden Eskalation im Irankonflikt und den dadurch steigenden Öl- und Gaspreisen. Inmitten dünner Sommerliquidität wurden im Zuge dessen am Euro-Geldmarkt bis zu drei weitere Zinsschritte (!) der Europäischen Zentralbank (EZB) bis Mitte nächsten Jahres eingepreist. Dies sorgte für steigende Anleiherenditen in der Breite, über die einzelnen Marktsegmente und Laufzeiten hinweg (rund 10-12 Basispunkte (BP)). In den USA führten Kevin Warsh’s hawkishe Kommentare beim jährlichen Wirtschaftssymposium in Jackson Hole mit expliziter Betonung des Inflationsziels auch zu steigenden Renditen bei US-Anleihen – primär bei kurzen und mittleren Laufzeiten, welche auf Monatssicht im Schnitt rund 5 BP höher notierten.

Die Risikoaufschläge von Spreadprodukten (wie beispielsweise Unternehmensanleihen) zeigten sich im Monatsvergleich nahezu unverändert, das High Yield-Segment konnte sich trotz bereits historisch niedriger Niveaus weiter verengen und somit verteuern. Die Spreads französischer und italienischer Staatsanleihen weiteten sich zusätzlich zum Renditeanstieg in der Breite aus.

Während die zukünftigen Entwicklungen im Irankonflikt weiterhin mit hoher Unsicherheit behaftet bleiben, erscheint uns die EZB zunehmend (zu) restriktiv angesichts der damit verbundenen Risiken für eine Abschwächung der Wachstumserwartungen oder auch mit Blick auf mögliche Kollateralschäden. Dies dürfte unseres Erachtens zumindest für eine Stabilisierung der Renditeniveaus sorgen – wobei eine pragmatische Lösung des Iran-Konflikts mit rückläufigen Energiepreisen und wieder spürbar niedrigeren Renditen einhergehen sollte.

Im Portfolio haben wir aufgrund geringer Primärmarktaktivität und insgesamt dünner Sekundärmarktliquidität kaum Änderungen vorgenommen, es wurden lediglich Unternehmensanleihen niedriger Qualität leicht gestutzt und höhere Qualitäten aufgebaut. Die Portfolioduration steht zum Monatsende zwar geringfügig niedriger dar, ermöglicht aber weiterhin eine Partizipation an einer Erholung an den Anleihemärkten, während der hohe laufende Ertrag Rückschläge abfedern kann.