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US-Staatsschulden geraten in den Fokus

- Flossbach von Storch - Multiple Opportunities

Die Aktienmärkte haben im August weiter zugelegt – dank der starken Berichtssaison. Die geopolitischen Risiken dagegen haben sich nicht verflüchtigt, im Gegenteil.

Die Situation im Nahen Osten blieb auch im August ungelöst. Die Straße von Hormus ist faktisch weiter gesperrt, während die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran eingefroren sind. Die hohen Energiepreise sorgen für eine anhaltend erhöhte Inflation, die in den USA zwischen drei und vier Prozent pendelt. In Jackson Hole machte der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh dann deutlich, dass er die Inflation zur zentralen Aufgabe erklärt und Zinserhöhungen ausdrücklich nicht ausschließt. Das zusätzliche Problem: Am 18. August überschritt die US-Staatsverschuldung erstmals die Marke von 40 Billionen US-Dollar, gut 125 % der Wirtschaftsleistung, und die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erreichte mit 5,34 % den höchsten Stand seit 2007. Das US-Finanzministerium reagierte umgehend mit einer Ausweitung seiner Rückkäufe langlaufender Anleihen. In diesem Umfeld stieg der Goldpreis in US Dollar um 10 %, in Euro um 9 %.

Dass die Aktienmärkte dennoch zulegten, lag an einer starken Berichtssaison. Nvidia formulierte für das nächste Geschäftsjahr erstmals ein über den Erwartungen liegendes Wachstumsziel und zerstreute damit vorerst die Sorge, der KI-Trend könnte sich abschwächen. Der Anstieg am Aktienmarkt war jedoch breit angelegt. Auf Einzeltitelebene profitierte das Portfolio unter anderem von einer Erholung bei Softwareaktien wie SAP und Microsoft. Die Deutsche Börse war der stärkste Einzelwert im Fonds. Negativ entwickelten sich Alphabet und Amazon. Beide sogenannten Hyperscaler geben zurzeit sehr viel Geld für Rechenzentren aus. Gold steuerte im August ein Prozent zur Fondspreisentwicklung bei. Auf der Anleiheseite hatten die Zinsanstiege nahezu keinen Einfluss auf das Portfolio, da das Gewicht festverzinslicher Anlagen mit 2,3 % gering ist.

An unserer Positionierung haben die starken Nvidia-Zahlen nichts geändert. Sie bestätigen, dass die Investitionsbereitschaft der großen Cloud-Anbieter unverändert hoch ist – zunehmend allerdings fremdfinanziert. Wir vermeiden deshalb weiterhin einseitige Wetten auf einzelne Sektoren und halten uns bei Chip-Aktien zurück, ohne uns dem Thema zu verschließen: Unternehmen wie Alphabet oder Amazon investieren zwar viel, besitzen aber die Flexibilität zu Änderungen, sollten sich die Ausgaben nicht rentieren. Die Positionierung in Gold blieb unverändert. Bei Anleihen haben wir die höheren Renditen nicht für nennenswerte Käufe genutzt – auch wenn ein Niveau von über 4 % Euro-Rendite für qualitativ hochwertige Unternehmensanleihen die Abwägung gegenüber Aktien langsam verbessert. Anleihen fehlt es allerdings an Inflationsschutz und Wachstumspotenzial, sodass wir hier noch etwas höhere Erträge fordern müssen als bei soliden Dividendenzahlern auf der Aktienseite.