Nach den großen Technologiekonzernen legten im Mai nun auch die Aktien der Zulieferer der KI-Infrastruktur kräftig zu. Von Optimismus zur Euphorie ist es aber nur ein kleiner Schritt. Das zeigt der Monatskommentar unseres größten Multi-Asset-Fonds, des Flossbach von Storch - SICAV Multiple Opportunities.
Das Geschehen an den Aktienmärkten stand im Mai einmal mehr im Zeichen der Künstlichen Intelligenz. Der Auslöser für eine neue Welle der Begeisterung waren diesmal nicht die großen Plattformkonzerne, sondern Quartalszahlen aus der „zweiten Reihe“ der KI-Lieferkette – Unternehmen wie Cisco oder Micron, die Halbleiteraktien, Rechenzentrumszulieferer und spezialisierte Softwareanbieter gleichermaßen beflügelten. Der Schritt von der optimistischen Phase zur Euphorie ist vollzogen.
Headlines treiben die Kurse, nüchterne Berechnungen über die langfristige Wirtschaftlichkeit der Investitionen treten in den Hintergrund. Anders stellt sich weiterhin die Lage bei Softwareanbietern dar, deren Aktien sich nach einem schwachen Jahresauftakt zuletzt erholten: Hier zeigen die Unternehmensergebnisse bisweilen hohe Kapitalrenditen – wenngleich der Markt bei vielen Titeln Disruptionsgefahren durch KI bereits einpreist.
Die seit Ausbruch des Iran-Kriegs stark gestiegenen Energieaktien erlitten im Mai einen deutlichen Rücksetzer. Auslöser war (einmal mehr) US-Präsident Donald Trump, der angesichts hoher Öl- und Spritpreise – und der damit verbundenen höchsten Inflation seit fast drei Jahren – neue Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende schürte. Die Ölpreise gaben daraufhin im Monatsverlauf um mehr als zehn Prozent nach.
Das dürfte dem strapazierten Konsum helfen, denn der neue US-Notenbankchef Kevin Warsh sieht sich mit einem hartnäckigen Inflationsumfeld konfrontiert und hat wenig Spielraum, die Zinsen zu senken. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen lagen zum Monatsende mit 4,4 % nochmals leicht über dem schon hohen Niveau des Vormonats.
Im Portfolio zeigten sich die positiven Auswirkungen des Ölpreisrückgangs vor allem bei zyklischen Titeln: Adidas, Mercedes-Benz oder der Luxusgüterhersteller Richemont (Cartier) verbuchten Kursgewinne. Auch die Aktie des Pharmaunternehmens Novo Nordisk konnte weiter Boden gut machen. Alphabet lieferte dank seiner Stärke im KI-Markt einen weiteren positiven Wertbeitrag im Mai.
Auf der anderen Seite belasteten Aktien der Deutschen Börse, des chinesischen Technologiekonzerns Tencent sowie des Medizindienstleisters Abbott Labs den Fondspreis. Neu aufgenommen haben wir eine Position des chinesischen Batterie- und Stromspeicherspezialisten CATL, die als Weltmarktführer von der zunehmenden Elektrifizierung von Autos und dem Bedarf an Speicherbatterien profitieren.



