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Geteilte Zinswelt

- Flossbach von Storch - Bond Opportunities

Die Aktienrally setzte sich im Mai fort, was auch an einer Ausweitung der KI-Rally lag. Bei den Anleiherenditen zeigten sich in der Eurozone und den USA gegenläufige Trends. Wandelanleihen konnten weiter zulegen, wie der Monatskommentar unseres Global-Convertible-Fonds zeigt.

Im Mai war an den Anleihemärkten eine deutliche Differenzierung auf beiden Seiten des Atlantiks zu beobachten. In der Eurozone waren die Renditen rückläufig, wobei sich die Zinsstrukturkurve spürbar versteilerte (der Renditerückgang war bei kurzen und mittleren Laufzeiten stärker ausgeprägt).

Getrieben wurde diese Entwicklung von zunehmender Hoffnung auf eine baldige Lösung des Iran-Konflikts und damit einhergehend rückläufigen Inflationserwartungen. Die zuvor am Markt äußerst restriktiven Erwartungen bezüglich der Leitzinsentwicklung wurden im Monatsverlauf entsprechend zurückgeschraubt.

Auf der anderen Seite des Atlantiks verflachte sich die US-Zinsstrukturkurve hingegen – mit kräftigem Renditeanstieg bei kurzen Laufzeiten. Die leicht rückläufigen US-Inflationserwartungen wurden hier durch eine steigende Realzinskomponente überkompensiert – vor allem getrieben von „hawkishen“ Kommentaren der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Auch der neu ernannte Fed-Chair Kevin Warsh äußerte sich restriktiver (als erwartet), sodass jegliche Hoffnungen auf Zinssenkungen enttäuscht wurden und sogar (nahezu) eine ganze Zinsanhebung bis Jahresende eingepreist wurde.

Im Monatsvergleich notierte die Rendite 2-jähriger deutscher Bundesanleihen rund 11 Basispunkte (BP) niedriger, die Rendite von 30-jährigen rund 5 BP tiefer. Bei US-Staatsanleihen kletterte die Rendite im 2-jährigen Bereich um rund 13 BP, während die Rendite bei 30-jährigen Laufzeiten auf Monatssicht nahezu unverändert blieb. Spreadprodukte (wie beispielsweise Unternehmensanleihen) konnten im Monatsvergleich von einem verbesserten Risikosentiment profitieren – die Risikoaufschläge entwickelten sich entsprechend rückläufig.

Im Fonds haben wir dieses verbesserte Sentiment am Markt während der Neuemissionswelle zur Mitte des Monats als günstige Liquidität genutzt, um ältere Anleihen aus dem Bestand in hochqualitative Neuemissionen zu attraktiven Konditionen zu drehen.

Auch auf der Durationsseite waren wir weiterhin sehr aktiv. Aufgrund der sich schnell ändernden Entwicklung der Volatilität haben wir erneut Puts auf Zinsfutures auf deutsche Bundesanleihen und US-Staatsanleihen geschrieben, später wieder zurückgekauft und in direktionale Futures gedreht.