Neue Renditehochs an den Anleihemärkten erhöhen den Druck auf den Aktienmarkt, der zuletzt vor allem von der KI-Euphorie angetrieben wurde. Das belastet vor allem defensive Aktien. Der Monatskommentar unseres Dividendenfonds Flossbach von Storch - Dividend.
Im September rückte der Anleihemarkt in den Fokus vieler Anleger, denn der Renditeanstieg der vergangenen Monate nahm im Monat richtig Fahrt auf. Nach erneuten Eskalationen im Irankrieg verteuerte sich Brent um rund 14 % auf über 100 Dollar je Barrel – ein Inflationstreiber. Sowohl die Europäische als auch die US-Notenbank erhöhten ihren Leitzins. Die Rendite 10-jähriger US Staatsanleihen – das vielbeachtete globale Barometer für die Finanzmärkte – stieg zum Monatsende auf knapp 5,3 %, den höchsten Stand seit 2007.
Die höheren Zinsen haben grundsätzlich negative Implikationen für die Bewertung von Aktien. Dass der globale Aktienindex MSCI World in Euro gerechnet trotzdem einen leichten Gewinn verbuchen konnte (+1 %), lag vor allem an der Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar von rund 2,5 %. Innerhalb des Aktienmarktes wurde durchaus mit zweierlei Maß gemessen beim Bepreisen des Zinsanstiegs. Die meisten Sektoren verzeichneten Verluste, während Informationstechnologie und Kommunikationsdienste deutlich zulegten. Dabei spielte wieder ansteigende Euphorie um das Thema künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle. Unter anderem beflügelte der große Wirbel um die Veröffentlichung von Metas KI-Agenten-App „Muse“ die Fantasie vieler Anleger.
Die aufkommende Sicherheitsdebatte nach einigen Besorgnis erregenden Vorfällen, in denen sich Agentenscharen der großen Labore „verselbstständigt“ hatten, um umfangreiche Cyberangriffe vorzunehmen, tat der Stimmung dabei wenig Abbruch. Das gilt auch für die deutlich gestiegenen Zinsen: bemerkenswerterweise scheint es so, als wären Anleger bei den KI-Profiteuren – im Gegensatz zu nahezu allen anderen Sektoren – deutlich gelassener mit Blick auf die Auswirkungen der hohen Zinsen auf Finanzierungskosten und Unternehmensbewertung. Der Anteilspreis des Flossbach von Storch - Dividend entwickelte sich in diesem Umfeld schwächer. Einerseits ist ein großer Teil der Technologieaktien aufgrund fehlender Vereinbarkeit mit dem Fondskonzept nicht im Fonds enthalten. Und andererseits wurden im Zuge der stark gestiegenen Zinsen defensive Aktienwerte in der Breite besonders abgestraft.
Die größten positiven Wertbeiträge kamen von der Instagram-Muttergesellschaft Meta, dem Basisgüterkonglomerat Procter & Gamble (P&G) sowie dem Industriekonzern Siemens. Meta hat mit Muse einen KI-Agenten für die breite Masse vorgestellt, dem der Markt ein großes Potenzial zugesteht. Die Aktie von Siemens, die im Berichtsmonat in den Fonds aufgenommen wurde, hat nach einer anfänglichen Schwäche von der KI-Rally profitiert, da das Unternehmen ebenfalls Teil der Wertschöpfungskette des Datencenterbaus ist. Der Anstieg in der P&G-Aktie war der Dollaraufwertung geschuldet.



