Die Renditen von Staatsanleihen sind im September weiter gestiegen, vor allem in Frankreich und den USA. Gute Bonitäten werden mittlerweile wieder auskömmlich bepreist, auch bei Unternehmensanleihen, wie der Monatskommentar des Flossbach von Storch - SICAV Multiple Opportunities zeigt.
Im September stand der Anleihemarkt im Mittelpunkt des Geschehens. Die Renditen stiegen sowohl in den USA als auch in Europa deutlich an, besonders stark in Frankreich, wo die Sorge um die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen den Renditeabstand zu Bundesanleihen weiter vergrößerte. Dahinter steht ein Umfeld aus robustem Wachstum und hartnäckiger Inflation. Die US-Wirtschaft wächst kräftig, doch die Teuerung bleibt angesichts weiterhin hoher Energiepreise klar über dem Zielwert der Notenbank. Die Federal Reserve (Fed) hat den Worten ihres Vorsitzenden Kevin Warsh aus Jackson Hole Taten folgen lassen und am 16. September den Leitzins einstimmig um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 % angehoben, die erste Zinserhöhung seit Juli 2023. Damit ist klar, dass mit einer Entlastung durch sinkende Leitzinsen vorerst nicht zu rechnen ist.
Auch Unternehmensanleihen konnten sich dem Zinsanstieg nicht entziehen. Neben den höheren Staatsrenditen spielt dabei das wachsende Angebot eine Rolle: Der Ausbau von Rechenzentren verschlingt hohe Summen, und ein zunehmender Teil davon wird über den Anleihemarkt finanziert. Die großen Technologiekonzerne konkurrieren damit um dasselbe Kapital wie Staaten und andere Unternehmen, und dieser Wettbewerb hat seinen Preis. Gold, das keine laufenden Erträge abwirft, geriet bei steigenden Renditen unter Druck und gab nach dem starken Vormonat 6,3 % in US-Dollar und 4,2 % in Euro nach. Die Aktienmärkte hielten sich in diesem Umfeld vergleichsweise gut.
Nvidia legte erneut starke Zahlen vor und bestätigte die ungebrochen hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur, was den Gesamtmarkt stützte. Bemerkenswert war, dass Technologiewerte trotz steigender Zinsen gefragt blieben; Anleger schienen Unternehmen mit hohem Wachstum als sicheren Hafen zu betrachten. Davon profitierte teilweise auch das Portfolio: Die größten Beiträge lieferten Amphenol, Ametek und Roper, die alle von der hohen Nachfrage nach Elektronik- und Industrietechnologie profitieren. Belastet wurde die Aktienseite vor allem durch die Aktien des chinesischen Batterieherstellers CATL und des Pharmaunternehmens Novo Nordisk.
Den größten negativen Beitrag zur Fondspreisentwicklung leistete im September jedoch Gold. Auf der Anleiheseite hatten die Zinsanstiege im Monatsverlauf kaum Einfluss auf das Portfolio, da das Gewicht festverzinslicher Anlagen bis kurz vor Monatsende nur bei zwei Prozent lag. Zum Monatsende haben wir die gestiegenen Renditen genutzt und die Anleihequote auf 10,3 % erhöht, so hoch wie seit mehreren Jahren nicht mehr. Wir haben dabei ausschließlich Unternehmensanleihen erworben, je zur Hälfte in Euro und in US-Dollar. Die Renditen liegen zwischen 4,4 % in Euro und 6,1 % in US-Dollar. Damit ist ein Niveau erreicht, auf dem qualitativ hochwertige Unternehmensanleihen aus unserer Sicht wieder eine Alternative zu soliden Dividendenzahlern auf der Aktienseite darstellen. Lange hatten wir argumentiert, dass Anleihen der Inflationsschutz und das Wachstumspotenzial fehlen und wir dafür einen Renditeaufschlag fordern müssen. Diesen Aufschlag bieten die von uns gewählten Wertpapiere nun.



