Skip to Content

Wenn die Renditen steigen

- Flossbach von Storch - Bond Opportunities

Inflation und stabile Wirtschaftsdaten erhöhen den Druck auf die Notenbanken. Im September kam es zu einem beachtlichen Anstieg der Bond-Renditen. Anleihen von schwächeren Schuldnern geraten zunehmend auf den Prüfstand. Der Monatskommentar unseres ausgewogenen Anleihefonds Flossbach von Storch – Bond Opportunities.

Im September standen die globalen Anleihemärkte im Zeichen eines außergewöhnlichen Zinsanstiegs. Zwar stiegen die Renditen in der Breite spürbar an, die Bewegung wurde in den einzelnen Segmenten aber durch unterschiedliche Faktoren getrieben. In den USA sorgten primär die anhaltend starken Wirtschaftsdaten für einen spürbar „hawkisheren“ Ausblick der US-Notenbank, der über die bereits erwartete Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte (BP) hinausging. Im Zuge dessen stiegen die US-Renditen über das gesamte Laufzeitenspektrum signifikant an (um 40 bis 60 BP).

In der Eurozone bewirkten hingegen primär die erneut anziehenden Öl- und Gaspreise eine weitere Verschärfung der bereits restriktiven Ausrichtung der EZB (zusätzlich zur Leitzinserhöhung um 25 BP auf 2,50 %). Darüber hinaus stand insbesondere Frankreich im Fokus. Die Renditen zehnjähriger französischer Staatsanleihen schnellten auf Monatssicht um 68 BP nach oben, rund 40 BP mehr als bei laufzeitgleichen deutschen Bundesanleihen. Grund hierfür waren vor dem Hintergrund der schwachen fundamentalen Entwicklung Frankreichs die jüngsten Signale der Regierung, das Defizitziel zu verfehlen. In der Folge erhöhten sich auch die Risikoaufschläge bei anderen Spreadprodukten, etwa bei italienischen Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen, insbesondere schwächerer Bonität wie im High-Yield-Segment.  Obwohl das Portfolio eine hohe durchschnittliche Qualität aufweist und wir über Absicherungen vom Anstieg der Risikoaufschläge teils sogar profitieren konnten, hat diese außergewöhnliche Entwicklung der Anleihemärkte – in Verbindung mit der ausgeprägten Duration – die Wertentwicklung des Fonds spürbar belastet.

Im Portfolio sind wir unserem Ansatz treu geblieben und haben bevorzugt hohe Kreditqualitäten zugekauft, unter anderem über Neuemissionen von Pfandbriefen und Unternehmensanleihen. Außerdem haben wir das offene Währungsrisiko gegenüber dem US-Dollar erhöht. Die deutlich rückläufigen Renditen „sicherer Häfen“ wie deutscher Staatsanleihen in den ersten Oktobertagen deuten darauf hin, dass die reflexiven Niveaus, von denen wir schon länger berichten, erreicht zu sein scheinen und der Markt wieder zwischen guten und schlechten Kreditqualitäten differenziert. Das kommt dem Fonds zugute.