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Wenn die Zinsen steigen

- Flossbach von Storch - Bond Defensive

Der Ölpreis-Schock im Zuge eines eskalierenden Nahost-Konfliktes sorgte im März für Verluste an den Anleihemärkten. Wie sich unser defensiver Anleihefonds in einem turbulenten Umfeld aufstellte.

Der Kriegsausbruch im Iran und der daraus resultierende Ölpreis-Schock sorgten in kürzester Zeit für erratische Verwerfungen an den globalen Anleihemärkten. Dieser inflationäre Angebotsschock sorgte naturgemäß für steigende Renditen, insbesondere bei kurzen und mittleren Laufzeiten. Verstärkt wurde diese initiale Marktreaktion im Laufe des Monats durch die spürbar restriktivere Rhetorik der Zentralbanken sowie durch erzwungene Positionsschließungen bei Hedge-Fonds infolge des abrupten Anstiegs der Volatilität am Zinsmarkt (Liquidation sogenannter „Carry Trades“).

Gleichzeitig führte das ausgeprägte „Risk-off“-Sentiment zu höheren Risikoaufschlägen und damit überproportionalen Kursrückschlägen bei Spreadprodukten. Einzig inflationsindexierte Anleihen (Inflation Linkers) konnten in diesem Umfeld als „Safe Haven“ fungieren und sich mit positiver Wertentwicklung vom Gesamtmarkt entkoppeln. Angesichts des erratischen Renditeanstiegs im primären Laufzeitenspektrum des Fonds war die Wertentwicklung im März spürbar negativ.

Durch unsere Gewinnmitnahmen und die deutliche Reduktion der Duration Ende Februar (von 2,6 Jahren auf unter 2,2 Jahre zu Monatsbeginn) konnte der Rücksetzer im März in Teilen abgemildert werden. Des Weiteren half unsere defensive Grundausrichtung mit geringer Kreditsensitivität im BBB-Rating-Bereich dabei, überproportionale Verluste bei Spreadprodukten zu begrenzen. Als stabilisierend erwies sich außerdem unser Anteil an inflationsindexierten Anleihen, wobei wir die positive Performance bei deutschen und spanischen Linkern in Teilen für Gewinnmitnahmen genutzt haben.

Mit Blick voraus bleibt schwer abzuschätzen, wann der Iran-Konflikt aus Sicht des Anleihemarktes an Relevanz verliert. Die bereits eingepreiste EZB Leitzins-Straffung erscheint aus unserer Sicht allerdings (zu) restriktiv und wir rechnen in den kommenden Monaten wieder mit rückläufigen Renditen am Markt – selbst wenn die EZB ihren Leitzins ein- bis zweimal anheben sollte. Vor diesem Hintergrund haben wir die Duration wieder moderat auf rund 2,4 Jahre erhöht.

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