22.03.2019 - Frank Lipowski

Die Null steht


Deutsche Bundesanleihen bis zu einer Laufzeit von zehn Jahren rentieren negativ. Warum die von vielen Sparern erhoffte Zinswende wohl ausfallen dürfte – und was das für Anleger bedeutet.

Nun ist es wieder soweit. Die „Zehnjährige“ rentiert negativ. Zuletzt gab es bei deutschen Bundesanleihen bis zu einer Laufzeit von zehn Jahren im Oktober 2016 negative Renditen. Das bedeutet: Wer jetzt kauft, bezahlt den deutschen Staat dafür, dass der sich bei ihm Geld leiht.

Am Markt herrscht Konsens. „Low for longer“: Die Zinsen sind tief und werden es wohl noch länger bleiben. Die Ankündigungen der Notenbanken haben den Markt betäubt. In den USA soll es in diesem Jahr keine Zinsanhebungen geben, erklärte der US-Notenbankchef Jerome Powell auf der jüngsten Sitzung im März.

In der Eurozone rechnet ohnehin niemand mehr mit Zinsanhebungen. Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank erklärte bereits, dass der Leitzins in diesem Jahr bei null bleiben soll. Eine mögliche Zinswende, so sie denn jemals kommen wird, überlässt er seinem Nachfolger. Die Anleger haben resigniert. Neben den Zinsen fielen auch die Kursschwankungen am Zinsmarkt auf noch nie da gewesene Tiefstände.

Lehren aus dem Zinstief

Was bedeutet das nun für Anleger? Das Zinsniveau, das auch die Notenbanken vorgeben, wirkt auf das Ertragspotenzial von Anleihen. Wer vor einigen Jahren in eine Bundesanleihe mit einer langen Laufzeit investierte, konnte noch einen ganz guten Schnitt machen. Denn wenn die Renditen fallen, steigen in der Regel die Kurse, zu denen Anleihen am Markt gehandelt werden.

In der Rückschau könnte man nun meinen, Bundesanleihen wären das ideale Investment, um ein Portfolio zu stabilisieren. Haben sie doch in der Vergangenheit ordentliche Renditen ohne nennenswerte Risiken gebracht. Aber wie tief sollen die Renditen noch fallen, wenn für eine Bundesanleihe mit zehn Jahren Laufzeit jetzt schon Strafzinsen fällig werden?

Die Welt hat sich geändert. Wer in Anleihen investieren möchte, sollte neue Wege gehen. Flexibilität ist wichtig. Es gilt, Chancen und Risiken genau abzuwägen und opportunistisch zu investieren. Deutsche Bundesanleihen können aktiven Anlegern in bestimmten Marktphasen tatsächlich ansprechende Renditen bieten. Wer aber, wie früher vielleicht noch möglich, nur auf den Kupon oder stetig sinkende Zinsen setzt, könnte in Zukunft draufzahlen. Unternehmensanleihen und Papiere mit schwächerer Kreditqualität können höhere Erträge bieten. Zumindest wenn die Anleger mögliche Risiken genau analysieren und breit streuen.

 

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