Eine Erhebung der Meinungsforscher NIQ GfK im Auftrag des Flossbach von Storch Research Institute zeigt, dass große Sorgen beim Blick auf die Rente bestehen.
Die gesetzliche Rente ist in Deutschland schon lange in der Krise. Das ist für viele Menschen eine Herausforderung – auch emotional. So zählen Befürchtungen um die eigene Altersvorsorge neben der Angst vor Inflation und Krieg zu den größten Sorgen der Deutschen. Das zeigt die repräsentative Umfrage „Anlageverhalten der Deutschen 2025“, die die Meinungsforscher von NIQ GfK im Auftrag des Flossbach von Storch Research Institute erstellten.
Warum die Altersvorsorge für viele Deutsche zur Sorge wird
Dazu wurden im vergangenen Herbst bundesweit etwa 1.000 repräsentative Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehrerer Berufs-, Einkommens- und Altersgruppen befragt. Die gute Nachricht: Dass die gesetzliche Rente allein im Alter nicht zum Leben reichen wird, ist bei den Menschen angekommen. Nur um die 13 Prozent der Befragten gaben an, sich nicht um ihre Altersvorsorge zu kümmern. Fast 40 Prozent der Männer sagten, sie hätten einen Plan für eine zusätzliche Rente. Doch ebenso viele Frauen und etwa ein Drittel der Männer fürchten sich vor Altersarmut.
Sorgen um die eigene Altersvorsorge gehören neben Befürchtungen vor Inflation und Krieg zu den größten Ängsten der Befragten. Sparen fürs Alter ist aber auch das wichtigste Sparmotiv der Deutschen.
Wie die Deutschen fürs Alter vorsorgen
Unter den Befragten verfügt eine deutliche Mehrheit der Frauen und Männer über Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung. Zudem nutzt etwa ein Drittel Möglichkeiten der betrieblichen Vorsorge. Die Hälfte der Männer und ein Drittel der Frauen verfügt über private Ersparnisse, um die Rente aufzubessern; etwa ein Viertel gab an, eine eigene Immobilie zu besitzen.
Für das theoretische Fallbeispiel eines Ausbildungs-Sparplans, der 18 Jahre laufen soll, würden jedoch etwa 40 Prozent der Befragten das Girokonto oder Sparbuch nutzen – und somit die Möglichkeiten einer einträglicheren Geldanlage an den Kapitalmärkten liegen lassen; etwa 36 Prozent wählten Aktieninvestments oder Mischfonds.
Inflation und Rendite: Warum der reale Wert zählt
Der hohe Anteil dieser oft niedrig verzinsten Bankprodukte ist bedenklich, zumal die Inflation die größte Angst der Deutschen ist – 71 Prozent nannten sie. Nicht einmal 10 Prozent der Befragten erwarten, dass die Teuerung unter dem Ziel der Europäischen Notenbank von derzeit 2 Prozent per annum bleibt. Dann müsste aber ein höherer Kaufkraftverlust durch eine langfristig höher rentierliche Geldanlage (oder durch höhere Sparbeträge) ausgeglichen werden.
Und tatsächlich liegt die Renditeerwartung der Mehrheit auch über der Marke von ein, maximal 2 Prozent per annum, die mit einer Sparbuchstrategie wohl bestenfalls erreicht werden dürften. Doch leider liegt die Bereitschaft, auf kurze Sicht Verluste in Kauf zu nehmen, bei etwa der Hälfte der Befragten bei 0 Prozent.
Damit ist kein Kapitalmarktengagement zu empfehlen, obwohl langfristig gesehen die Chancen, mit Aktien attraktive Renditen zu erzielen, am höchsten sind. Die Beimischung von Anlagen wie Anleihen kann das Risiko zwischenzeitlich hoher Kursschwankungen zwar abfedern – aber 0 Prozent Verlustrisiko ist bei Investments am Kapitalmarkt nicht darstellbar.
Was private Altersvorsorge heute leisten kann
Um die Menschen bei den Sorgen um die Altersvorsorge zu unterstützen, ist es aus unserer Sicht wichtig, Lösungsmöglichkeiten stärker aufzuzeigen und die finanzielle Weiterbildung voranzutreiben.
Auch die von der Bundesregierung angedachten Förderungen der privaten Altersvorsorge sind zu begrüßen, wenn man bedenkt, dass mehr als ein Drittel der Umfrageteilnehmer angaben, kein Geld für zusätzliche Aktienanlagen übrig zu haben.
Die vollständige Studie finden Interessierte unter Altersvorsorge in unsicheren Zeiten - Flossbach von Storch RI
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