Die versteckte Inflation

16.08.2018 - Flossbach von Storch

MÄRKTE


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Die Verbraucherpreise stiegen zuletzt um zwei Prozent. Sie bilden aber nicht alle Preissteigerungen ab. Ein Index zeigt: Vermögenswerte wie Immobilien und Aktien sind so teuer wie nie zuvor.

Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) teilt die Geldanleger in zwei Lager. Auf der einen Seite stehen die Verlierer. Dazu zählen etwa die deutschen Sparbuchsparer, die aktuell fast keine Zinsen mehr erzielen. Nach Inflation verliert ihr Vermögen real an Wert. Auf der Gewinnerseite finden sich all diejenigen wieder, die ihr Geld schon länger in Aktien und Immobilien investiert haben.

Zu diesem Ergebnis kommt der Vermögenspreisindex des Flossbach von Storch Research Institutes. Demnach stiegen die Vermögenspreise im zweiten Quartal des Jahres um 6,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Die Preissteigerungen liegen deutlich über der Verbraucherpreisinflation von zwei Prozent. Auch die Produzentenpreise stiegen mit 2,6 Prozent nicht annähernd so stark wie die Vermögenswerte. „Die Vermögenspreisinflation liegt sehr deutlich über dem langfristigen historischen Schnitt von jährlich 3,3 Prozent seit 2005“, sagt Philipp Immenkötter, Analyst beim Flossbach von Storch Research Institute. „Treiber dieser Entwicklung sind eindeutig die Preissteigerungen des Sachvermögens“.

Die Preise für Immobilien stiegen im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,6 Prozent, die Preise für Betriebsvermögen, darunter Aktien, verteuerten sich um 9,3 Prozent. Die Preise für Finanzvermögen, zu dem auch Zinsanlagen gehören, sanken hingegen um 0,4 Prozent.

Gewinner und Verlierer der Nullzinspolitik

Von dieser Entwicklung profitieren vor allem vermögende oder ältere Haushalte, die bereits einen größeren Anteil ihres Vermögens in Sachwerten disponiert haben. Während der Wert des Vermögens eines durchschnittlichen Haushaltes der unteren Mittelschicht im Vergleichszeitraum um 1,1 Prozent zulegen konnte, lagen die Steigerungen bei wohlhabenden Haushalten im Schnitt bei 3,9 Prozent. Zu den Verlierern zählen auch junge Haushalte. Sie müssen für Immobilien oder ein Aktienportfolio aktuell deutlich mehr Geld aufwenden als noch vor einigen Jahren.

 

Die komplette Studie finden Sie hier.

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