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Diversifikation mit ETFs?
ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die Indizes wie beispielsweise den globalen Aktienindex MSCI World nachbilden. 
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Bieten Aktien-ETFs eine breite Diversifikation?

ETFs auf den sogenannten Weltindex MSCI World sind wegen ihrer vermeintlich breiten Diversifikation in aller Munde. Bieten sie, was sie versprechen? 

Diversifikation zählt zu den grundlegenden Prinzipien der Geldanlage. Ziel ist es, Risiken zu minimieren, indem Vermögen auf viele verschiedene Wertpapiere und gegebenenfalls auf unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder auch Rohstoffe wie Gold verteilt wird. Denn diese weisen unterschiedliche Eigenschaften auf und reagieren verschieden auf Entwicklungen und Ereignisse am Kapitalmarkt. 

Doch auch innerhalb einer Anlageklasse gilt es, zu diversifizieren. Nehmen wir das Beispiel Aktien: Anleger können Risiken reduzieren, indem sie ihr Aktienportfolio entweder über eine Vielzahl einzelner Aktien oder über gebündelte Anlageinstrumente wie Fonds streuen. Dazu zählen aktiv gemanagte Fonds ebenso wie passive Indexfonds, die üblicherweise als ETFs (Exchange Traded Funds) bezeichnet werden. 

ETFs und aktiv gemanagte Fonds – die Unterschiede 

Manager aktiver Fonds setzen durch die gezielte Auswahl einzelner Wertpapiere eine bestimmte Anlagestrategie um. Sie entscheiden, welche Aktien, Anleihen oder anderen Wertpapiere in das Portfolio aufgenommen, aufgestockt oder verkauft werden. Grundlage sind unter anderem Unternehmensanalysen, makroökonomische Einschätzungen oder Bewertungsüberlegungen. Ziel ist es in der Regel, einen Vergleichsindex zu übertreffen oder bestimmte Risiko- und Ertragsprofile zu steuern. 

ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Indexfonds, die die Wertentwicklung eines Aktienindex – etwa des MSCI World oder des S&P 500 – möglichst genau nachbilden. Anders als bei aktiv gemanagten Fonds werden die enthaltenen Aktien nicht einzeln ausgewählt. Ein ETF investiert automatisch in die Unternehmen, die im jeweiligen Index enthalten sind. 

ETFs: Anleger investieren in den breiten Markt 

Die Idee dahinter ist einfach: Statt gezielt einzelne Aktien auszuwählen, investieren Anleger in einen gesamten Markt, den der jeweilige Index abbildet. Anstatt die Nadel im Heuhaufen zu suchen, kaufen Anleger gewissermaßen den ganzen Heuhaufen. Dadurch entsteht auf den ersten Blick eine breite Streuung über viele Unternehmen.  

Insbesondere in den vergangenen Jahren haben ETFs einen Boom erlebt. Viele Anleger möchten von der vermeintlich breiten Diversifikation und den günstigen Gebühren profitieren. Doch halten ETFs, was sie versprechen?  

Bieten ETFs die beabsichtigte Diversifikation? 

Die breit anlegenden Indexfonds bieten nicht mehr die ursprünglich beabsichtigte Diversifikation, schreibt Christof Schürmann, Senior Research Analyst beim Flossbach von Storch Research Institute, in einer Studie zum Thema. Stattdessen spiegeln die beliebtesten Fonds heute ein Portfolio mit Fokus auf wenige Technologiewerte wider. 

Denn viele große Aktienindizes sind nach Marktkapitalisierung gewichtet. Das bedeutet: Unternehmen mit einem hohen Börsenwert erhalten automatisch ein höheres Gewicht im Index. So entfällt im US-Aktienindex S&P 500 inzwischen ein signifikanter Anteil auf nur wenige, überwiegend technologieorientierte Konzerne. Steigen diese Unternehmen stark im Kurs, wächst ihr Anteil im Index weiter. Für Anleger heißt das: Sie profitieren zwar von der positiven Entwicklung einzelner Unternehmen, sind aber zugleich stärker von deren Kursentwicklung abhängig. 

ETFs weisen zum Teil eine hohe Konzentration auf 

Auch global ausgerichtete Aktien-ETFs wie der MSCI World weisen teilweise eine hohe Konzentration einzelner Titel auf. Die nominell große Anzahl enthaltener Aktien bedeutet aufgrund der Gewichtung nach Marktkapitalisierung nicht automatisch eine gleichmäßige Risikoverteilung.  

Wer also heute mit einem ETF den „gesamten Aktienmarkt“ erwerben möchte, „wird oft in die Irre geführt“, schreibt Christof Schürmann in der Studie. Selbst in den global investierenden Aktien-ETFs haben wenige Einzeltitel mittlerweile ein hohes Gewicht. Wer also heutzutage „passiv“ investiert, erwirbt einige wenige „große Nadeln“ in einem vergleichsweise kleinen Heuhaufen. 

Fazit: 

Eine große Anzahl enthaltener Aktien geht nicht automatisch mit einer breiten Diversifikation im Sinne einer ausgewogenen Risikostreuung einher. Anleger, die sich für eine Investition mit ETFs entscheiden, müssen sich aktiv mit der Auswahl der zugrunde liegenden Indizes auseinandersetzen.  

ETFs auf Aktienindizes – eine Einordnung: 

  • ETFs bilden einen bestimmten Index nach, etwa den MSCI World oder den S&P 500. 

  • Anders als bei aktiv gemanagten Fonds werden die Aktien eines Indexfonds nicht einzeln ausgewählt und gewichtet. 

  • Bei marktkapitalisierungsgewichteten Indizes erhalten große Unternehmen ein hohes Gewicht. 

  • Dadurch kann es zu Konzentrationen auf einzelne Titel, Branchen oder Regionen kommen. 

Nicht zwingend. Zwar enthalten viele ETFs zahlreiche Einzelwerte, doch das tatsächliche Risiko hängt von der Gewichtung innerhalb des Index ab. 

Der Index ist nach Marktkapitalisierung gewichtet. Unternehmen mit hohem Börsenwert erhalten automatisch ein höheres Gewicht. 

Die Gewichtung eines Unternehmens im Index richtet sich nach seinem Börsenwert. Je größer das Unternehmen, desto größer sein Anteil am Index.

Auch globale Indizes können Konzentrationen auf bestimmte Länder oder Branchen aufweisen, insbesondere wenn einzelne Unternehmen stark wachsen.

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