Im Dezember bewegte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) einmal mehr die Märkte. Sie senkte ihre Leitzinsen (wie erwartet) um 25 Basispunkte auf eine Bandbreite von 4,25 bis 4,50 %.
Allerdings avisierte der Notenbankvorsitzende Jerome Powell, angesichts des weiterhin hartnäckigen Inflationsdrucks beim weiteren Zinspfad zurückhaltender (beziehungsweise „stark datenabhängig“) agieren zu wollen. Dies belastete den Aktienmarkt, der gemessen am globalen Aktienindex MSCI World im Dezember leichte Verluste von 0,7 % verzeichnete (in Euro, inklusive Dividenden). Dieser Wertverlust wäre für Anleger aus der Eurozone noch höher ausgefallen, wenn der US-Dollar nicht gleichzeitig um gut 2 % zum Euro aufgewertet hätte. Die leichten Verluste im Dezember blieben aber eine Randnotiz in einem hervorragenden Aktienjahr, in dem nahezu alle großen Leitindizes deutliche Gewinne aufwiesen. Die Nase vorn hatten erneut die USA, deren S&P 500 Index um knapp 34 % zulegen konnte (in Euro, inklusive Dividenden). Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 konnte mit knapp 12 % zwar auch zweistellig zulegen, fiel aber im interkontinentalen Vergleich deutlich ab. Dabei wurde die starke Marktentwicklung in den USA insbesondere von einigen Indexschwergewichten mit starkem Technologiefokus angetrieben. Die dadurch gestiegene Konzentration lässt sich auch am Vergleich zwischen dem klassischen MSCI World (Unternehmen werden im Wesentlichen nach ihrem Börsenwert gewichtet) und seinem gleichgewichteten Pendant illustrieren (Jede im Index gelistete Aktie erhält jeweils ein gleich hohes Gewicht im Index). Während der nach Börsenwert gewichtete MSCI World im Jahr 2024 um 27 % zulegen konnte, stieg sein gleichgewichtetes Pendant nur um 15 % (jeweils in Euro, inklusive Dividenden). Diese Lücke von etwa 12 Prozentpunkten in einem Kalenderjahr hat historische Dimensionen. Sie wurde seit 1974 (in diesem Jahr wurden die Daten für den gleichgewichteten Index erstmals berechnet) nur in einer einzigen Phase übertroffen: während der Dotcom-Blase der Jahre 1997 bis 1999. Wir würden aus dieser Beobachtung keine Marktprognose ableiten.
Die Parallelen zur damaligen Zeit und dem heutigen Enthusiasmus bezüglich des Themas Künstliche Intelligenz gebieten langfristig orientierten Anlegern allerdings aus unserer Sicht, neben den Chancen auch die Risiken nicht aus dem Blick zu verlieren. Dies möchten wir unbeirrt im Sinne unserer Investment-Leitlinien beherzigen: durch den Fokus auf Qualität, bei deren Definition für uns neben dem Wachstum auch die Vorhersehbarkeit sehr wichtig ist, strikte Bewertungsdisziplin und eine angemessene Diversifikation im Portfolio.



