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Korrektur in den Schwellenländern

- Flossbach von Storch - Global Emerging Markets Equities

Aktien aus den aufstrebenden Volkswirtschaften konnten zum Jahresstart kräftig zulegen. Im März bremst der Nahost-Konflikt die Börsen, wie der Monatsbericht unseres Emerging-Markets-Fonds zeigt.

Nach den Kurszuwächsen in den ersten beiden Monaten des Jahres gerieten Emerging-Markets-Aktien im März unter Abgabedruck. Als großer Belastungsfaktor erwiesen sich die geopolitischen Unsicherheiten im Nahen Osten und der damit einhergehende Anstieg der Volatilität. Infolgedessen kam es zu umfangreichen Mittelrückflüssen aus Emerging-Markets-Aktienfonds.

Die Folgen des Irankrieges sowie die stark angestiegenen Energiepreise und Verknappungen treffen insbesondere die asiatischen Volkswirtschaften, da diese größtenteils Nettoölimporteure sind. Besonders stark unter Druck standen südkoreanische Aktien, die in den Vormonaten noch zu den größten Gewinnern gezählt hatten. Auch der südafrikanische Aktienmarkt tendierte infolge niedrigerer Edelmetallpreise schwächer.

Relativ gut behaupten konnten sich hingegen brasilianische Aktien. Das Land profitiert als Erdölexporteur zumindest partiell von den gestiegenen Ölpreisen; zudem senkte die Zentralbank den Leitzins um 25 Basispunkte. Zu den größten Gewinnern zählte die Aktie des chinesischen Batterieherstellers Contemporary Amperex. Das Unternehmen legte starke Geschäftszahlen vor: Der Absatz wächst dynamisch, getragen vom Boom der Elektromobilität und von Energiespeichern. Darüber hinaus konnte die technologische Führungsrolle weiter ausgebaut werden.

Die Aktie des brasilianischen Elektromotorenherstellers WEG entwickelte sich ebenfalls stark. Das Unternehmen profitiert von der zunehmenden industriellen Automatisierung sowie vom Ausbau von Stromnetzen, erneuerbaren Energien und der Ladeinfrastruktur. Auch die Aktie des lateinamerikanischen E-Commerce- und Fintech-Anbieters MercadoLibre konnte zulegen. Wesentliche unternehmensspezifische Nachrichten lagen nicht vor. Allerdings war die Aktie in den Vorwochen aufgrund hoher Investitionen, die sich kurzfristig gewinnmindernd auswirken, unter Druck geraten. Das gesunkene Kursniveau sowie Kaufempfehlungen durch Brokerhäuser führten anschließend zu steigenden Kursen.

Auf der Verliererseite standen hingegen Aktien aus dem Halbleitersektor, die zuvor deutlich gestiegen waren. Dazu zählten die Aktien des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung Electronics sowie des taiwanesischen Auftragsfertigers für Halbleiterprodukte TSMC. Die Nachfrage nach Logik- und Speicherchips entwickelt sich weiterhin sehr dynamisch; hier dürften jedoch insbesondere die kräftigen Kursanstiege der Vorwochen und das gestiegene Bewertungsniveau zu Gewinnmitnahmen geführt haben.

Auch die Aktie der indischen HDFC Bank gab deutlich nach. Zum einen litten indische Aktien unter dem massiv gestiegenen Ölpreis, der sich nachteilig auf Handelsbilanz, Währung und Volkswirtschaft auswirkt. Zum anderen sorgte der überraschende Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden Atanu Chakraborty für Verunsicherung. Der ehemalige CEO der ursprünglichen Muttergesellschaft HDFC, Keki Mistry, übernahm die Position des vorläufigen Chairman für die kommenden drei Monate. Da die HDFC Bank in Indien seit Dekaden als ein Unternehmen mit herausragender Corporate Governance wahrgenommen wird, reagierte der Markt auf diese Nachricht mit deutlichen Kursabschlägen.

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