ESG-Glossar
Die folgenden Erläuterungen beziehen sich auf die marktübliche ESG-Terminologie.
Active Ownership
Unter Active Ownership versteht man den Austausch mit Unternehmen (Engagement) und die Ausübung des Stimmrechts bei Portfoliounternehmen (Voting). Als langfristig orientierter Investor versteht sich Flossbach von Storch als aktiver Eigentümer, der als konstruktiver Sparringspartner für die Unternehmen und verantwortungsvoller Treuhänder für seine Kunden agiert. Im stetigen Austausch werden gesellschaftliche, relevante und für Unternehmen kritische Themen diskutiert. Durch die Ausübung des Stimmrechts wird der hauseigenen Position Nachdruck verliehen.
Art. 6, 8 oder 9 Produkte gem. Offenlegungsverordnung
Im Kontext der Verordnung (EU) 2019/2088 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (Offenlegungsverordnung) haben sich folgende Kategorien für Finanzprodukte, einschließlich Vermögensverwaltungsmandate, aufgrund von Nachhaltigkeitserwägungen ergeben:
Artikel 6: Produkte berücksichtigen keine Nachhaltigkeitserwägungen in ihrem Investmentprozess – „Basic“-Produkte.
Artikel 8: Produkte bewerben ökologische oder soziale Merkmale – „hellgrüne“ Produkte.
Artikel 9: Produkte streben ein nachhaltiges Anlageziel an – „dunkelgrüne“ Produkte.
B2B (Business to Business)
Unter Business to Business versteht man Geschäftsmodelle, bei denen Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen an andere Unternehmen verkaufen, z. B. SAP.
B2C (Business to Consumer)
Unter Business to Consumer versteht man Geschäftsmodelle, bei denen Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen direkt an Endverbraucher verkaufen, z. B. Netflix.
CDS (Credit Default Swap)
Ein Credit Default Swap ist ein derivatives Finanzinstrument, mit dem das Kreditrisiko eines Schuldners abgesichert oder gehandelt werden kann.
CO2-Fußabdruck
Als CO2-Fußabdruck wird die Summe der Treibhausgasemissionen – gemessen in CO2-Äquivalenten – für eine bestimmte Einheit, z. B. ein Unternehmen, den Lebenszyklus oder Teillebenszyklus eines Produktes oder einer Dienstleistung, bezeichnet. Zum Beispiel durch den Einsatz erneuerbarer Energien und eine effiziente Ressourcennutzung kann der CO2-Fußabdruck verringert werden.
Erneuerbare Energiequellen
Der Begriff erneuerbare Energiequelle bezeichnet erneuerbare, nicht fossile Energiequellen, insbesondere Wind, Sonne (Solarthermie und Fotovoltaik) und geothermische Energie, Umgebungsenergie, Gezeiten-, Wellen- und sonstige Meeresenergie, Wasserkraft sowie Energie aus Biomasse, Deponiegas, Klärgas und Biogas.
ESG
Unter dem Begriff ESG (aus dem Englischen: Environment, Social, Governance) versteht man die Aspekte Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung, die als nicht-finanzielle Themen im Rahmen des Investmentprozesses berücksichtigt werden können.
ESG-Integration
ESG-Integration ist die Bezeichnung für die explizite Einbeziehung von ESG-Kriterien bzw. Nachhaltigkeitsrisiken in die Unternehmensanalyse. ESG-Kriterien werden im Zuge der Einschätzung des Chance-Risiko-Profils einer spezifischen Investition mitberücksichtigt.
(EU-)Taxonomie-Verordnung
Verordnung (EU) 2020/852 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088. Die EU-Taxonomie ist ein Klassifikationssystem, das ein Verzeichnis von ökologisch nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten enthält. In dieser Verordnung ist kein Verzeichnis sozial nachhaltiger Wirtschaftstätigkeiten festgelegt.
Grundprinzipien und Kernarbeitsnormen aus den ILO-Übereinkommen
Die Grundprinzipien und Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization – ILO) sollen menschenwürdige Arbeits- und Sozialstandards gewährleisten.
IGV
IGV ist der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF, ein börsengehandelter Fonds mit Fokus auf Software- und Technologieunternehmen wie Microsoft, Palantir und Salesforce.
Keiretsu
Ein Keiretsu ist ein japanisches Unternehmensnetzwerk, das durch enge Geschäftsbeziehungen und Kreuzbeteiligungen gekennzeichnet ist, bei denen Unternehmen Anteile aneinander halten.
Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte
Die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte (UN Guiding Principles on Business and Human Rights) konkretisieren die Verpflichtungen von Staaten und Unternehmen, die Menschenrechte und Grundfreiheiten zu achten, zu schützen und zu gewährleisten.
LLM (Large Language Model)
Ein Large Language Model ist ein großes Sprachmodell auf Basis künstlicher Intelligenz, das natürliche Sprache verarbeiten und generieren kann, z. B. GPT von OpenAI oder Gemini von Alphabet.
Menschenrechtspolitik
Damit wird eine auf Ebene der Leitungs- oder Kontrollorgane beschlossene Grundsatzverpflichtung zu den Menschenrechten bezeichnet, wonach die Wirtschaftstätigkeiten des Unternehmens im Einklang mit den Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte stehen sollen.
Nachhaltigkeitsfaktoren (bzw. ESG-Faktoren)
Nachhaltigkeitsfaktoren bzw. ESG-Faktoren sind Aspekte in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Unter Governance versteht man Aspekte der guten Unternehmensführung.
Nachhaltigkeitsindikatoren
Mit Nachhaltigkeitsindikatoren wird gemessen, inwieweit die mit dem Finanzprodukt beworbenen ökologischen oder sozialen Merkmale erreicht werden.
Nachhaltigkeitspräferenzen
Das Konzept der Nachhaltigkeitspräferenzen bezieht sich auf konkret gesetzlich definierte Nachhaltigkeitsmerkmale. Dazu zählen unter anderem die Berücksichtigung der wichtigsten nachteiligen Auswirkungen (Principal Adverse Impacts), nachhaltige Investitionen außerhalb der EU-Taxonomie sowie taxonomie-konforme Investitionen.
Nachhaltigkeitsrisiken (bzw. ESG-Risiken)
Nachhaltigkeitsrisiken sind Ereignisse oder Bedingungen in den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, die beim Eintreten tatsächlich oder potenziell wesentliche negative Auswirkungen auf den Wert einer Investition haben könnten.
OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen
Die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen stellen einen Handlungsrahmen für international tätige Unternehmen zur verantwortungsvollen Unternehmensführung bereit und umfassen u. a. Offenlegung, Arbeitsbeziehungen, Umweltschutz, Korruptionsbekämpfung und Steuerfragen.
Offenlegungsverordnung (Sustainable Finance Disclosure Regulation – SFDR)
Verordnung (EU) 2019/2088 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor, die erhöhte Transparenzpflichten in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte für Finanzmarktteilnehmer vorsieht.
Principal Adverse Impacts (PAIs)
Die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren in den Bereichen Umwelt, Soziales, Beschäftigung, Achtung der Menschenrechte sowie Korruptionsbekämpfung.
ROI (Return on Investment)
Der Return on Investment ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die misst, wie profitabel eine Investition im Verhältnis zum eingesetzten Kapital ist.
Scopes 1, 2 und 3 Treibhausgasemissionen
Die Scopes 1, 2 und 3 bezeichnen die Abgrenzung der Treibhausgasemissionen eines Unternehmens: direkte Emissionen (Scope 1), indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie (Scope 2) sowie alle weiteren Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (Scope 3).
SOXX
SOXX ist der iShares Semiconductor ETF, ein börsengehandelter Fonds mit Fokus auf Halbleiterunternehmen wie Nvidia, AMD und Micron.
SPV (Special Purpose Vehicle)
Ein Special Purpose Vehicle ist eine Zweckgesellschaft, die für spezielle Finanzierungs- oder Verbriefungsstrukturen gegründet wird, häufig zur Bilanztrennung.
Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen)
Treibhausgasemissionen sind Emissionen von Treibhausgasen im Sinne von Art. 3 Nr. 1 der Verordnung (EU) 2018/842.
Treibhausgasemissionsintensität (THG-Intensität)
Die Treibhausgasemissionsintensität misst die CO2-Effizienz eines Portfolios oder Unternehmens und wird in Tonnen CO2-Äquivalenten pro Umsatz (z. B. Mio. Euro) angegeben.
UN Global Compact Prinzipien
Die zehn Prinzipien des UN Global Compact sind eine freiwillige Initiative der Vereinten Nationen, die sich auf Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsprävention beziehen und Unternehmen zu verantwortungsvollem Handeln anregen.