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Geld bei hoher Inflation anlegen
Welche Anlageklassen sich eignen, um die Kaufkraft des eigenen Vermögens zu erhalten. 
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Wie legt man Geld in Zeiten hoher Inflation an?

Es gibt strukturelle Gründe, warum die Teuerungsraten in Zukunft über den Inflationszielen der großen Notenbanken liegen dürften. Für Anlegerinnen und Anleger hat das Folgen.  

Inflation ist die größte Gefahr für das eigene Vermögen. Leider unterschätzen das viele Sparer und Anleger. Sie denken vor allem in Nominalwerten, heißt: Wenn ich X Euro auf das Sparkonto packe, werden es auch nach einem Jahr noch X Euro sein, zuzüglich der Zinsen. Also eine sichere Sache …

Warum Inflation eine Gefahr für das Vermögen ist

Was dabei vergessen wird, ist der Kaufkraftverlust durch die Inflation. Liegt die Teuerungsrate oberhalb des Zinsertrags, ist Summe X in einem Jahr „weniger wert“, weil sich davon – theoretisch zumindest – weniger Güter kaufen lassen. Und im Jahr danach noch weniger. Und so weiter. Über die Jahre wird der schleichende Kaufkraftverlust zu einem schwerwiegenden Problem. 

Insofern ist es wichtig, dass Anleger stets in „Realwerten“ denken, also die Inflation und damit den potenziellen Kaufkraftverlust bei ihren Anlageentscheidungen im Blick haben und entsprechend handeln.

Der Kaufkrafterhalt eines Vermögens sollte denn auch das Ziel eines jeden Anlegers sein. Wie schwer der in Zukunft zu erreichen sein wird, hängt davon ab, wie sich die Inflationsraten in den kommenden Jahren entwickeln – und wie die Zinspolitik der Notenbanken darauf reagiert.

Inflationsentwicklung: Warum höhere Teuerungsraten wahrscheinlich bleiben

Es spricht jedenfalls einiges dafür, dass die Teuerungsraten im Euroraum perspektivisch über dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) liegen werden. Die wesentlichen Treiber dafür dürften die sogenannten „drei Ds“ sein – Demografie, Dekarbonisierung und Deglobalisierung.

Und noch eines spricht langfristig für höhere Inflationsraten bzw. negative Realrenditen: Die gewaltigen Schuldenberge der Industriestaaten! Die lassen sich langfristig nur tragen bzw. abtragen mithilfe von Inflation. Indem der Zins unterhalb der Teuerungsrate bleibt und die Schulden auf diese Weise über die Zeit entwertet werden. Insofern ist es keine Überraschung, dass die Attacken der Regierenden auf die Unabhängigkeit der Notenbanken in der jüngeren Vergangenheit deutlich zugenommen haben, insbesondere in den USA. 

Wie beeinflusst die Geldpolitik der Notenbanken die Inflation?

Die Wahrscheinlichkeit, dass beispielsweise die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in Zukunft sehr viel stärker zur Finanzierung der Staatsschulden „herangezogen“ wird, steigt gewissermaßen mit dem Haushaltsdefizit der Vereinigten Staaten. 
In der Eurozone dürfte es kaum anders aussehen. Dort gilt nach wie vor das uneingeschränkte Versprechen von Mario Draghi, des früheren EZB-Präsidenten, aus dem Jahr 2012; der hatte gesagt, den Euro in jedem Falle zu verteidigen, koste es, was es wolle – „whatever it takes!“ Sollte sich das Schuldenproblem Frankreichs ausweiten, könnte einmal mehr die Hilfe der EZB gefragt sein ...

Was bedeutet Inflation konkret für Anleger?

Sie sollten ihr Vermögen nicht ausschließlich in verzinsliche Anlagen wie Sparbuch oder Tagesgeldkonto packen, sondern es deutlich breiter aufstellen. Heißt: Wer langfristig die Kaufkraft seines Vermögens erhalten möchte, sollte auch in liquide Sachwerte investieren, allen voran die Aktien guter Unternehmen; Unternehmen, deren Geschäftsmodell erprobt und robust ist, und die steigende Preise an ihre Kunden weitergeben können, ohne dass Umsatz und Gewinn leiden. 

Aktien sind nichts anderes als Beteiligungen an Produktivvermögen. Langfristig bieten sie Anlegern das höchste Renditepotenzial.

Gold (physisch wie nicht physisch) gehört auch zu den liquiden Sachwerten. Das Edelmetall hat über viele Generationen hinweg bewiesen, dass es als Wertspeicher und damit als langfristiger Inflationsschutz taugt, wenngleich sein Preis zwischenzeitlich deutlich schwanken kann. 

Wie beeinflusst die Geldpolitik der Notenbanken die Inflation?

Bei Anleihen ist Flexibilität gefragt. Bonds reagieren unmittelbar auf Zinsentscheidungen der großen Notenbanken. Nach dem Ende der Nullzinsära ist die sogenannte Zinsstrukturkurve deutlich steiler, also der Unterscheid zwischen kurz- und langfristigen Zinsen größer geworden. Heißt im Ergebnis, wenngleich vereinfacht ausgedrückt: Das Renditepotenzial am Anleihemarkt ist in Teilen wieder ausreichend hoch, um die Inflation schlagen zu können. 

Es braucht allerdings einen sehr opportunistischen Ansatz, um dieses Potenzial auch heben und sämtliche Ertragsquellen, die der Anleihemarkt bietet, nutzen zu können. Zumal die hohe Abhängigkeit von den Entscheidungen der Notenbanken das Chance-Risiko-Verhältnis rasch wieder verschlechtern kann. Das klassische Kaufen-und-Halten bis zur Endfälligkeit funktioniert jedenfalls schon lange nicht mehr, zumindest nicht uneingeschränkt.

Fazit: Wie Anleger auf Inflation reagieren können

Es spricht einiges dafür, dass die Inflationsraten künftig oberhalb des Zielkorridors der Notenbanken verharren werden. Anleger können dem begegnen, indem sie ihr Vermögen breiter aufstellen, also nicht alles auf Sparbuch oder Tagesgeldkonto packen, sondern einen Teil in erstklassige liquide Sachwerte und ausgewählte Anleihen investieren. 

Die Aufteilung hängt dann vom Risikoempfinden des jeweiligen Anlegers ab. Der Vorsichtige wird schwerpunktmäßig auf Anleihen setzen, der Offensivere stattdessen einen größeren Teil in Aktien investieren. 

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