
Die Frage nach dem „Anlagehorizont“, also dem Zeitraum, den Geld angelegt werden soll, ist eine ganz wesentliche – für die Anlagestrategie und damit die Auswahl der verschiedenen Investments.
Wer sein Geld nur wenige Monate „parken“ möchte, weil er es zu einem festen Termin braucht, etwa für eine größere Anschaffung, der sollte von ebendiesem Geld keine Aktien kaufen, auch keine Anleihen von weniger kreditwürdigen Schuldnern. Und auch kein Gold oder Silber.
Kurzfristig investieren oder Geld parken? Der Anlagehorizont entscheidet
Der sollte es stattdessen dorthin „legen“, wo es keinen Kurs- bzw. Wertschwankungen (Volatilität) unterliegt – auf das Tages- oder Festgeldkonto beispielsweise. Nichts wäre ärgerlicher, das Geld am Tag X zu benötigen, um dann feststellen zu müssen, dass der aktuelle Gegenwert Y Prozent weniger beträgt als zu Investitionsbeginn.
Wer dagegen sehr viel Zeit hat, um Vermögen aufzubauen, etwa für die Altersvorsorge, der ist gut beraten, Anlageformen zu wählen, deren Renditepotenzial deutlich höher ist als das eines klassischen Zinskontos.
Langfristige Geldanlage: Warum Zeit ein entscheidender Faktor ist
Wer viel Zeit hat, mindestens fünf, besser noch zehn Jahre und mehr, der sollte zumindest einen Teil seines Vermögens in Aktien ausgewählter Unternehmen investieren, also in Produktivkapital. Deren langfristiges Renditepotenzial ist – historisch betrachtet – am größten im Vergleich zu anderen klassischen Anlageformen.
Je länger der Anlagehorizont, desto geringer das Risiko für Aktienportfolien
Wie hoch der Aktienanteil eines Vermögens ist, hängt selbstredend vom Risikoempfinden des jeweiligen Anlegers ab. Wer nicht gut schlafen kann mit dem Wissen, dass Aktienkurse mitunter deutlich schwanken, der sollte nicht sein gesamtes Vermögen in Unternehmensbeteiligungen stecken.
Aber: Ein Teil davon ist dennoch ratsam. Denn Aktien sind Sachwerte und helfen langfristig, die Kaufkraft des Vermögens zumindest zu erhalten.
Wer Zeit und Geduld hat, der kann Krisen und Kursschwankungen getrost aussitzen. Er kann sie als das akzeptieren, was sie sind: Börsennormalität. Nicht so oft hinschauen, lautet denn auch einer der vielen guten Ratschläge an Vermögensinhaber – was so einfach klingt, ist doch so schwer.
Wie lange sollte man Aktien halten? Ein Blick auf historische Daten
Vielleicht hilft ein Blick auf die schnöde Statistik, denn die belegt recht eindeutig, dass die Wahrscheinlichkeit, mit Aktien Verluste zu erleiden, abnimmt, je länger der Anlagehorizont ist (siehe Grafik). Nach zehn Jahren beträgt die Verlustwahrscheinlichkeit gerade mal fünf Prozent; nach 20 Jahren liegt sie praktisch bei null – bezogen auf den MSCI Weltaktienindex.
Volatilität ist der Preis für Aussicht auf Kurssteigerungen

Anders auf kurze Sicht: Wer Aktien nicht länger als einen Monat hält, verliert mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 40 Prozent! Eine Wette, mehr nicht.
Langfristig investieren: Der Zinseszins-Effekt bei Aktien
Die Zeit ist der größte Freund des (Aktien)Anlegers. Über die Jahre wächst das Produktivkapital, weil geforscht und entwickelt wird, neue Geschäftsfelder erschlossen und Dividenden gezahlt werden. Kurzum: Der „Zinses-Zins-Effekt“, den Albert Einstein einst das Achte Weltwunder genannt haben soll, gilt auch für Aktien. Aus Erträgen werden mit der Zeit Erträge, aus den Erträgen wiederum werden Erträge. Warren Buffett, der weltbekannte US-Investor, hat das einmal sehr schön mit pappigem Schnee beschrieben. Den sollten Anleger zu einer Kugel formen und sich einen möglichst langen Hügel suchen …
Und weil das so ist, spielt es auch keine allzu große Rolle, wann der richtige Einstiegszeitpunkt sein könnte, auf den so viele Anleger warten. Den exakt zu erwischen, ist fast unmöglich beziehungsweise reine Glückssache. Die Antwort auf die so oft gestellte Frage, wann denn nun der beste Zeitpunkt sei, muss deshalb lauten: „Jetzt!“
Warren Buffett würde sagen, dass das Risiko, nicht investiert zu sein, in Wahrheit viel größer als dabei zu sein ...
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