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Geld anlegen: Wann ist der richtige Einstiegszeitpunkt?

Wer Geld anlegen möchte, muss viele Fragen für sich beantworten. Eine davon lautet: Wann ist der richtige Einstiegszeitpunkt?   

In einer perfekten Welt kaufen Anlegerinnen und Anleger Aktien, wenn deren Kurse am Boden liegen – und verkaufen, nachdem sie ihre Höchstkurse erklommen haben. Nur ist die Welt nicht perfekt. Niemand vermag die Börsenentwicklung präzise vorherzusagen, im Gegenteil. Timing ist gewöhnlich reine Glückssache.  

Warum der perfekte Einstiegszeitpunkt eine Illusion ist

Auch wenn es Hinweise darauf gibt, ob ein Markt im gesamten eher „teuer“ (oder günstig) ist, nehmen wir die durchschnittlichen Bewertungen (gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis) der Mitglieder eines Aktienindex als Beispiel, lässt sich daraus noch keine verlässliche Entscheidungshilfe ableiten. Selbst vermeintlich teure Aktien können noch deutlich teurer werden – und offenkundig sehr günstige noch günstiger ... 

Unzählige Einflussfaktoren wirken auf die Kapitalmärkte – Zinsentscheidungen von Notenbanken und, damit zusammenhängend, die Inflationsentwicklung bzw. die Inflationserwartungen; dazu relevante Konjunkturindikatoren, größere Unternehmenspleiten, Kriege oder Naturkatastrophen. 

Angst vor dem „Schwarzen Schwan“

Am heftigsten reagieren die Börsen auf Unvorhergesehenes und damit Verunsicherndes – von „Schwarzen Schwänen“ ist dann gewöhnlich die Rede. Wehe, wenn so einer dahergeschwommen kommt …

Wobei sich auch der nicht eindeutig beschreiben lässt. War Covid-19 ein solch „Schwarzer Schwan“? Laut Definition nicht ganz, denn, dass eine Pandemie die Menschheit heimsuchen könnte, galt und gilt seit jeher als ausgemachte Sache, ist also nicht völlig neu gewesen. Der Zeitpunkt und die Wucht, mit der das Virus zugeschlagen hat, war dann aber doch überraschend – und die Folgen für Anleger dementsprechend spürbar.   

Der perfekte Einstiegszeitpunkt ist erst im Rückblick erkennbar

Schlussendlich vermag niemand die Zukunft vorherzusagen. Heißt bezogen auf den perfekten Einstiegszeitpunkt für Anleger: Den kennen wir immer erst, wenn es zu spät ist. Und weil das so ist, sollte auch nicht allzu viel Energie darauf verwendet werden, ebendiesen vorhersagen zu können. 

Viel wichtiger ist es, überhaupt anzufangen mit dem Investieren – und eine Anlagestrategie zu entwickeln, die zu einem passt. Eine Anlagestrategie, die der eigenen Risikoneigung entspricht und auch taugt, die eigenen Anlageziele zu erreichen – seien diese eher kurzfristiger oder eher langfristiger Natur.

Der Anspruch sollte in jedem Falle sein, die Kaufkraft des Vermögens zu erhalten, also Erträge zu erwirtschaften, die ausreichend hoch sind, um sowohl die Inflation als auch die Kosten mindestens zu kompensieren. 

Welche Rolle Anlagehorizont und Risiko spielen 

Der Anlagehorizont ist wesentlich für die Strategie. Wer langfristig, also mindestens fünf Jahre oder (besser) länger sein Geld disponiert, für den wird Timing ohnehin zur Nebensache. Die Zeit lässt Krisen und Kurskapriolen in der Rückschau verblassen. Man könnte auch sagen: Die Zeit ist der beste Freund des Anlegers! 

Warum gestaffeltes Investieren sinnvoll sein kann

Nichtdestotrotz sollten Anleger gestückelt investieren, also nicht alles auf einmal. Das verschafft ihnen die Flexibilität, zu niedrigeren Kursen nachkaufen zu können. Sparpläne beispielsweise sind ein gutes Instrument. 

Wichtig ist zudem, die eigene Risikotragfähigkeit zu (er)kennen. Eine Anlagestrategie ist nur dann auf Dauer durchzuhalten, wenn sie einen ruhig schlafen lässt. Wer nachts wachliegt, weil er sich angesichts des börsentäglichen Aufs und Abs fürchtet, der sollte sein Geld nicht ausschließlich in Aktien investieren, sondern andere Schwerpunkte setzen. Wen dagegen Kursschwankungen nicht verschrecken, der ist gut beraten, einen größeren Teil seines Vermögens in Anteilsscheine guter Unternehmen zu investieren – denn Aktien versprechen langfristig das höchste Renditepotenzial. 

Letztlich geht es also darum, das Vermögen so zu verteilen, wie es am besten zur eigenen Risikoneigung, dem Anlagehorizont und den persönlichen Zielen passt.  

Diversifikation und Qualität als Schutz vor Unsicherheit

In der Diversifikation spiegelt sich die Einsicht des Anlegers wider, die Zukunft nicht vorhersagen zu können, sich aber – so gut es geht – wappnen zu wollen. Diversifikation bedeutet aber nicht nur, ein Vermögen auf verschiedene Anlageklassen und Einzeltitel aufzuteilen. Ein Vermögen sinnvoll zu streuen, bedeutet auch, es auf verschiedene Währungsräume aufzuteilen. Ein Investor aus dem Euroraum beispielsweise tut gut daran, nicht all sein Geld in der Heimatwährung zu disponieren, sondern auch in ‚robusteren‘ Währungen – in Währungsräumen, die weniger verschuldet sind, grob vereinfacht. 

Eine Frage der Qualität

Ganz wesentliches Merkmal einer robusten Anlagestrategie sollte zudem die Qualität der Anlagen sein, in die ein Anleger investiert. Qualität setzt sich langfristig durch – das gilt auch bei der Geldanlage. Im Krisenfall gilt das umso mehr. Im Fokus eines Anlegers sollten deshalb Unternehmen stehen, die selbst größere Krisen weitgehend schadlos überstehen können und gestärkt aus ihnen hervorgehen.

Wer all das beherzigt, muss sich nicht fürchten vor der Unberechenbarkeit der Börse – und braucht auch keine Antwort auf die Frage, wann denn wohl der beste Einstiegszeitpunkt ist. Warren Buffett, der weltbekannte US-Investor, würde sagen, dass das Risiko, nicht dabei zu sein, viel größer sei, als das Risiko investiert zu sein. 

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