Ein Überblick über die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale von Vermögensverwaltungen.
Eine Vermögensverwaltung übernimmt die Anlageentscheidungen für ihre Kunden. Anders als ein Anlage- oder Vermögensberater kümmert die sich eigenständig um das ihr anvertraute Vermögen – natürlich im Sinne ihrer Kundinnen und Kunden.
Doch wie unterscheiden sich eigentlich Vermögenverwaltungen? Und wie finden Anleger heraus, welches Angebot zu ihnen passt?
Welche Faktoren spielen bei der Auswahl eines Vermögensverwalters eine Rolle?
Bei der Auswahl eines passenden Anbieters spielen neben der Frage, ob man das eigene Vermögen einer Bank oder einem bankenunabhängigen Vermögensverwalter anvertraut, auch die zum Einsatz kommenden Anlageinstrumente eine wesentliche Rolle. Anlageinstrumente sind beispielsweise Fonds.
Fonds ermöglichen insbesondere bei kleineren Anlagebeträgen eine breite Streuung. Doch auch größere Vermögen lassen sich über Fonds strukturiert abbilden. Zudem können Fonds – etwa im Zusammenhang mit administrativen oder steuerlichen Fragestellungen – eine vereinfachte Handhabung ermöglichen. Entscheidend ist, welche Fonds eingesetzt werden, wer sie auswählt und ob sie aktiv oder passiv gemanagt werden.
Vermögensverwaltung mit passiven Fonds
Einige Vermögensverwaltungen stellen Anlegern überwiegend Portfolios aus Indexfonds, sogenannten ETFs (Exchange Traded Funds), zusammen. Diese bilden bestimmte Börsenindizes nach, etwa den MSCI World, den S&P 500 oder den DAX. Diese Form wird häufig als passive Vermögensverwaltung bezeichnet.
Anleger sollten sich darüber im Klaren sein, dass sich weder ein Analyst noch ein Portfoliomanager eine Meinung zu den im Index enthaltenen Unternehmen bildet. Weder die Geschäftsaussichten, der Wettbewerb oder ESG-Kriterien werden betrachtet oder bewertet. Allein der Börsenwert entscheidet über die Zugehörigkeit zum Index – und damit zum Indexfonds und zum Portfolio des Anlegers.
Wenn der Fondsmanager nicht identisch mit dem Vermögensverwalter ist – was bei ETFs in der Regel der Fall ist –, entstehen zusätzlich Produktkosten für die eingesetzten ETFs. Diese können je nach Anbieter variieren, selbst wenn derselbe Index abgebildet wird. Anleger sollten deshalb die Gesamtkosten einer ETF-basierten Vermögensverwaltung prüfen.
Vermögensverwaltung mit aktiven Fonds
Einige Vermögensverwalter konzipieren Anlagestrategien für ihre Kunden auf Basis aktiv gemanagter Fonds. Diese unterscheiden sich von ETFs, indem der Fondsmanager gezielt einzelne Wertpapiere auswählt und die Zusammensetzung des Fonds regelmäßig anpasst. Diese Form der Vermögensverwaltung wird als aktive Vermögensverwaltung bezeichnet.
So funktionieren aktiv gemanagte Fonds
Aktiv gemanagte Fonds können unterschiedliche Schwerpunkte haben. Manche investieren ausschließlich in Aktien, andere verfolgen Multi-Asset-Strategien, die verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder gegebenenfalls weitere Anlageklassen wie Gold kombinieren. Die Kombination unterschiedlicher Anlageklassen kann helfen, Wertschwankungen einzelner Anlageklassen im Portfolio auszugleichen.
Hinter aktiv gemanagten Fonds steht in der Regel ein Investment-Team, das die enthaltenen Wertpapiere sorgfältig auswählt und aufeinander abstimmt. Die Fondsmanager steuern das Portfolio aktiv, behalten die Lage am Kapitalmarkt im Blick und passen das Portfolio – wenn nötig – an. Während bei einem Indexfonds (ETF) der Börsenwert oder die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Region oder Branche entscheidet, ob das Unternehmen im Fonds enthalten ist, bewertet ein aktiver Fondsmanager die Chancen und Risiken jedes Investments selbst – oder gemeinsam mit seinem Team.
Die Rolle von aktiv gemanagten Fonds in der Vermögensverwaltung
Aktive Fonds können als einzelne Bausteine oder im Rahmen einer Gesamtstrategie eingesetzt werden. Bei der Auswahl sollte darauf geachtet werden, wie die unterschiedlichen Strategien im Portfolio zusammenwirken. Und auch die Reputation des Fondsmanagers ist von entscheidender Bedeutung. Sofern Fonds von Drittanbietern zum Einsatz kommen, können auch für aktiv gemanagte Fonds Produktkosten anfallen.
Individuelle Vermögensverwaltung
Anleger mit spezifischen Wünschen können sich von einer Vermögensverwaltung ein individuelles Portfolio zusammenstellen lassen. Portfoliomanager entwickeln gemeinsam mit den Kunden die Anlagerichtlinien, die maßgeblich für das Vermögensverwaltungsmandat sind.
Doch um ein Portfolio ausreichend auf verschiedene Wertpapiere aufteilen zu können, kommt ein individuelles Portfolio nur für Anleger mit großen Vermögen infrage. Denn auch ein individuelles Portfolio sollte breit diversifiziert sein – also Aktien unterschiedlicher Branchen und Regionen und womöglich auch weitere Anlageklassen wie Anleihen und Gold enthalten.
Wenn das Portfolio speziell auf die Wünsche eines Anlegers zugeschnitten wird, spricht man von einer individuellen oder mandatsspezifischen Vermögensverwaltung.
Die Rolle einer individuellen Anlagestrategie
Unabhängig davon, ob aktive oder passive Fonds genutzt werden oder direkt ein Portfolio aus einzelnen Wertpapieren (ohne die Bündelung über einen Fonds) zusammengestellt wird, ist es für die Zufriedenheit von Anlegern entscheidend, dass die Anlagestrategie zu ihrer persönlichen Situation passt.
Um das zu gewährleisten, fragt ein Vermögensverwalter Anlageziele, Anlagehorizont, finanzielle Verhältnisse und Risikotragfähigkeit von Anlegern systematisch ab. Die Gewichtung der Anlageklassen stimmt er auf die persönlichen Präferenzen ab.
Je höher die Bereitschaft, Wertschwankungen zu akzeptieren, desto höher kann in der Regel der Anteil wachstumsorientierter Anlagen wie Aktien sein. Defensivere Strategien enthalten häufig einen höheren Anteil stabilisierender Anlageklassen wie beispielsweise Anleihen.
Was Anleger bei der Auswahl des Vermögensverwalters beachten sollten
Haben sie sich einmal für die Art der Vermögensverwaltung entschieden, sollten Anleger bei der Auswahl des Vermögensverwalters auf jeden Fall die Reputation gründlich überprüfen. Wichtig ist es auch, sich die Eigentümerstruktur genauer anzusehen. Wird oder wurde das Haus in der Vergangenheit bereits verkauft? Wie häufig hat das Management gewechselt? Mit einem Verkauf oder einem Managementwechsel kann sich sehr viel ändern – auch für die Kunden.
Da Vermögensverwaltung Vertrauenssache ist, sollten Anleger auch den Investmentprozess verstehen, die Erfahrung und die Kenntnisse der Ansprechpartner überprüfen und diese persönlich kennenlernen. Denn im besten Fall geht man die Beziehung für mehrere Jahre – oder gar Jahrzehnte ein. Die Chemie muss stimmen.
Fazit
Die Arten der Vermögensverwaltung unterscheiden sich vor allem darin,
ob passive oder aktive Instrumente eingesetzt werden,
ob Fonds oder Einzeltitel genutzt werden und
wie individuell die Strategie ausgestaltet ist.
Welche Form geeignet ist, hängt von den persönlichen Zielen, dem Anlagehorizont und der Risikotoleranz ab. Ein Vergleich der Kostenstruktur und ein Verständnis des Investmentprozesses sind zentrale Entscheidungsfaktoren.
Bei einer Anlageberatung spricht der Berater Empfehlungen aus. Die Entscheidung über Kauf oder Verkauf trifft der Anleger selbst. In der Vermögensverwaltung werden Anlageentscheidungen innerhalb eines vereinbarten Rahmens eigenständig durch den Verwalter getroffen.
Grundsätzlich wird zwischen passiver Vermögensverwaltung mit ETFs, Vermögensverwaltung mit aktiv gemanagten Fonds und individuell zusammengestellten Portfolios aus Einzeltiteln unterschieden.
ETFs haben in der Regel niedrigere Produktkosten als aktiv gemanagte Fonds. Zusätzlich fallen jedoch Gebühren für die Vermögensverwaltung an. Entscheidend sind die Gesamtkosten aus Honorar und Produktkosten.
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