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Brauche ich ein Family Office?

Vermögende Anleger stehen vor der Herausforderung, komplexe Vermögensstrukturen zu überblicken und sinnvoll zu organisieren. In diesem Zusammenhang rückt der Begriff „Family Office“ häufig in den Fokus. Aber was ist gemeint? Welche Dienstleistungen erbringt ein Family Office? 

Für viele vermögende Familien verschiebt sich der Fokus mit der Zeit von einzelnen Investments hin zur Frage der Organisation des Gesamtvermögens. Zu Assetklassen wie Aktien und Anleihen, Einzeltiteln, Fonds und ETFs kommen Immobilien, unternehmerische Beteiligungen oder Private Equity hinzu – bei verschiedenen Banken, teilweise im In- und Ausland. Koordination, Transparenz und Zuständigkeiten gewinnen an Bedeutung. 

Der Begriff „Family Office“ ist weit gefasst – die Ausprägungen reichen von kleinen Koordinationsstellen bis zu umfassenden institutionellen Strukturen. Entscheidend sind daher die Fragen, was die Komplexität im Vermögen treibt, welche Zielsetzungen bestehen und welche Aufgaben generell von einem Family Office abgedeckt werden sollen.

Aufgaben eines Family Office – Breite ohne Automatismus

Family Offices decken ein breites Spektrum an Funktionen ab. Dazu gehören die Vermögensplanung, die Erarbeitung und Umsetzung einer strategisch und langfristig ausgerichteten Asset-Allokation, die Konsolidierung von Vermögenswerten zu einem Gesamtvermögen sowie die Überführung in eine kundenorientierte Reporting-Struktur. Ergänzt wird dies durch Risikosteuerung, administrative Tätigkeiten sowie Governance- und Nachfolgethemen bis hin zu persönlichen Belangen einzelner Familienmitglieder. 

Wann Vermögensorganisation durch ein Family Office sinnvoll ist

Ein Family Office ist sinnvoll, wenn das Vermögen eine hohe Komplexität aufweist und dauerhaft eine operative Tiefe benötigt wird, die die Vermögensinhaber nur begrenzt oder mit deutlichen Kosten- und Qualitätsnachteilen leisten können oder wollen. Fragen, die sich Anleger stellen können, um zu eruieren, ob sich ein Family Office lohnt, sind:

  • Wie hoch ist die Anzahl meiner Anlagen bzw. Anlageklassen? Will ich das so beibehalten?
  • Wie viele Depotstellen habe ich? Welchen Grund hat die Verteilung auf diese Depotstellen?
  • Habe ich einen Überblick über mein Gesamtvermögen und die Wertentwicklung?
  • Wie viele Vermögensträger sind mit dem Vermögen verbunden (aktuell und zukünftig, etwa in Nachfolgesituationen)?
  • Sind Gesellschaften oder andere Strukturen involviert?
  • Besteht eine Zahlungsbereitschaft dafür, dass ich bei der Organisation meines Vermögens unterstützt werde?

Werden einzelne Fragen mit „Ja“ beantwortet, gibt es mehrere Möglichkeiten, sich einer Family-Office-Dienstleistung zu nähern, zunächst über die Frage „make or buy“.

Make or Buy: Single Family Office oder Multi Family Office? 

Wer über ein hohes Familienvermögen verfügt, kann den Aufbau eines eigenen Family Offices erwägen. Ein sogenanntes Single Family Office konzentriert sich auf die Organisation und Steuerung eines Vermögens. Es schafft Nähe und Kontrolle, geht jedoch mit erheblichen Fixkosten einher und erfordert spezialisiertes Fachpersonal. Der fachliche Austausch unter „Gleichgesinnten“ ist bei einem Single Family Office oft begrenzt.  

Bestehende Multi Family Offices, die Dienstleistungen für eine Gruppe von Mandanten erbringen, oder spezialisierte Vermögensverwalter bieten Zugang zu Strukturen, die für einzelne Familien wirtschaftlich kaum abbildbar wären – etwa umfassende Investmentexpertise oder institutionelle Prozesse. Zwischen Eigen- und Fremdleistung bestehen zahlreiche Zwischenformen. Entscheidend ist die Abwägung, welche Aufgaben intern und welche extern erbracht werden können.

Fazit: Wann lohnt sich ein Family Office? 

Die Wahl der passenden Organisationsform ergibt sich nicht aus der Höhe des Kapitals, sondern aus Zielen, Komplexität und gewünschter Professionalisierung. Eine als hoch empfundene Komplexität ist dabei nicht zwangsläufig Ausdruck struktureller Notwendigkeit, sondern häufig Ergebnis historisch gewachsener Entscheidungen. In vielen Fällen lässt sich bereits durch Klarheit über Zielbild, Zuständigkeiten und Strukturen ein Großteil der organisatorischen Anforderungen adressieren. Ein Family Office kann Teil der Lösung sein.

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