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Welche Eigenschaften Gold so besonders machen

Der Goldpreis schwankt zuweilen kräftig. Warum das Edelmetall dennoch Teil eines breit aufgestellten Vermögens sein sollte. 

Es gibt grundsätzlich zwei Motive, Gold zu besitzen, wenn man die emotionalen Gründe einmal beiseitelässt. Das erste hängt mit einer ganz wesentlichen Eigenschaft zusammen:  Gold ist die ultimative Währung – und bietet deshalb einen Schutz gegen die Papiergeldinflation der Notenbanken. Gold, das aus diesem Grunde – zumeist physisch – erworben wird, könnte man auch als „Sicherheits-“ oder „Absicherungsgold“ bezeichnen. Gold ist gutes Geld. 

Gold als Stabilitätsanker  

Der Inhaber bemisst seinen Wert in Unzen und Barren, nicht in Euro oder US-Dollar. Er schätzt vor allem dessen Funktion als langfristiger Wertspeicher. Gold dient ihm als Absicherungsinstrument gegen die immanenten Risiken des Finanzsystems und andere exogene Schocks; Preisschwankungen sind ihm gewöhnlich egal. Ein solcher Investor lagert sein Gold an einem sicheren Ort. Bei einer Bank in einem Land, das sich durch eine besondere Solidität auszeichnet, etwa der Schweiz. Im Idealfall verteilt er die Bestände auf verschiedene Lagerorte.   

Gold als "Sicherer Hafen" – Mythos oder Realität? 

Der zweite Grund, Gold zu kaufen, ist spekulativer Natur. Investoren kaufen das Edelmetall in der Erwartung, es in nicht allzu ferner Zukunft zu höheren Preisen veräußern zu können.  Es dient ihnen zur Portfoliooptimierung. Wir nennen es auch „Performance“- oder „Spekulationsgold“.  Anders als das Sicherheitsgold wird es vom Eigentümer in der Regel nicht physisch gehalten, sondern vorzugsweise über börsengehandelte Goldfonds, sogenannte ETCs.  

Beide Motive sind legitim und können von einem Investor durchaus gleichzeitig verfolgt werden. Das Absicherungsgold ist strategisch und steht nur in Ausnahmefällen zur Disposition. Spekulationsgold dagegen hat einen taktischen Charakter; im Idealfall gelingt es dem Eigentümer, Positionen frühzeitig, also zu günstigen Preisen aufzubauen – und andersherum rechtzeitig, vor einem Preiseinbruch, zu verkaufen. Dieses Gold ist flüchtig und erhöht deshalb die Volatilität des Preises.  

Goldanleger brauchen nicht zuletzt deshalb eine ausgeprägte „Schwankungstoleranz“. Langfristig, über Jahre und Jahrzehnte, dokumentiert der Goldpreis zwar eindrucksvoll die Eignung des Edelmetalls als Inflationsschutz. Zwischendrin hat der Preis allerdings immer wieder kräftig geschwankt. Rücksetzer von 25 Prozent und mehr sollten deshalb einkalkuliert werden.  

Gold im Zusammenspiel mit anderen Anlageklassen 

Grundsätzlich gilt:  Je höher die Opportunitätskosten der Goldhaltung, das heißt, je attraktiver die Erträge aus anderen Anlageklassen sind, desto unattraktiver ist das Edelmetall aus Sicht derer, die es als „Spekulationsgold“ betrachten. Anleihezinsen etwa, die (signifikant) höher sind als die Teuerungsrate. Oder Aktien, die als Sachwerte ähnlich wie Gold von einem eher inflationären Umfeld profitieren, überdies aber laufende Erträge in Form von Dividenden offerieren – ein gewichtiger Vorteil gegenüber dem Edelmetall.  

In den vergangenen MonatenSeit dem Jahr 2025 ist vor allem die Nachfrage nach „Sicherheitsgold“ wieder kräftig gestiegen. Weil unter US-Präsident Donald Trump das Vertrauen in den US-Dollar weltweit gesunken ist. Viele Notenbanken haben deshalb Gold gekauft. Für sie wird das Edelmetall als Alternative zum Greenback (US-Dollar) immer wichtiger, um die eigenen Währungsreserven besser zu diversifizieren.  

Hinzukommen die weltweit rasant steigenden Staatsschulden. Um die langfristig abtragen zu können, braucht es negative Realrenditen, also eine Inflationsrate, die das Zinsniveau übersteigt. Gold als langfristiger Inflationsschutz rückt deshalb in den Fokus. Insofern sind die langfristigen Goldpreistreiber intakt. Anleger tun deshalb gut daran, einen Teil ihres Vermögens als „Absicherungsgold“ zu disponieren. 

Wie viel Gold ist im Portfolio sinnvoll? 

Aber wie hoch sollte der Goldanteil eines Vermögens sein? Leider gibt es darauf keine allgemein gültige Antwort. Sie hängt – wie so oft – von den persönlichen Präferenzen des Anlegers ab. Als Richtwert nennen wir gewöhnlich „fünf „bis zehn Prozent“.  

Der irische Dramatiker George Bernard Shaw hat einmal gesagt, ein Investor habe die Wahl zwischen der natürlichen Stabilität von Gold und der Ehrlichkeit und Intelligenz der Regierungsmitglieder. „Und mit allem notwendigen Respekt für diese Gentlemen, ich rate Ihnen, solange das kapitalistische System währt, entscheiden Sie sich für Gold“. 

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